Ich habe das ja selbst erlebt. Deshalb: Es ist gut, wenn Leute, die selbst betroffen sind, über etwas sprechen. Das ist wie bei den Migranten. Nichtmigranten sagen teilweise: Kein Migrant wird diskriminiert. – Wenn man Migranten begleitet, dann erlebt man vielleicht, dass es doch auch mal Diskriminierungen gibt. So ähnlich ist es in der Frauenpolitik.
Ich habe Verständnis dafür, dass Sie das nicht sehen, weil Sie keine Frau sind.
Ich muss sagen: Ich habe das auch erlebt. Ohne die Frauenquote in der CSU wären viele Frauen, wie ich, nicht im Parteivorstand – so erschreckend das ist. Deshalb bin ich froh; denn so hat man trotzdem eine Chance.
Es war bei uns definitiv so. Schauen Sie sich die Zahlen vorher und die Zahlen jetzt an. Es hat hier etwas gebracht, und Sie sagen ja selbst, das war kein Schaden; ich meine das auch.
Damit ist die erste Frage beantwortet; das kann man also gut an dem Beispiel sehen.
Beim zweiten Thema begehen Sie einen Denkfehler. Sie sagen: Wenn wir eine Quote von null haben – von einem Männergremium beschlossen –, dann heißt das eigentlich, wir wollen nur die Besten. – Ihr Denkfehler ist, dass Sie von vornherein unterstellen, dass nur Männer die Besten sind. Das ist der eigentliche Denkfehler!
Was noch viel schlimmer ist, ist, dass es doch um die Besetzung der zukünftigen Positionen geht. Ich weiß doch noch gar nicht, ob sich ein Mann oder eine Frau bewirbt. Wie kann ich denn dann sagen: „Ich habe das Ziel null“? Das ist das Erschreckende.
Ich muss das Bewusstsein haben, dass ich ein bisschen helfe, weil uns sonst Potenzial verloren geht. Dieses Bewusstsein ist bei einem reinen Männergremium, das sich eine Zielquote null gibt, offensichtlich nicht vorhanden.
Vielen Dank.