Wir haben immer gesagt, dass wir alle Optionen auf dem Tisch lassen wollen, aber dass wir diese Reaktion in der Europäischen Union abstimmen wollen. Für uns ist nämlich eines ganz besonders wichtig: Es handelt sich bei diesem Fall um keinen deutsch-russischen bilateralen Konflikt. Wir sind nur der Überbringer der schlechten Nachricht gewesen, weil Herrn Nawalny in Berlin in der Charité das Leben gerettet wurde und wir alles unternommen haben, damit das auch gelingt. Dafür musste auch analysiert und festgestellt werden, um welches Gift es sich handelt. Dabei ist uns diese Information, dass es sich um ein Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe handelt, bekannt geworden, und wir haben das dann in die Hände der OVCW übergeben und haben das auch mit europäischen Partnern besprochen.
Die Diskussion um Nord Stream 2 hat ja auch etwas damit zu tun, dass ein sogenanntes deutsches Projekt davon betroffen wäre. Es gibt in der Europäischen Union auch andere Länder, etwa Österreich oder die Niederlande, die an diesem Projekt beteiligt sind; es gibt über 100 europäische Firmen, die an diesem Projekt beteiligt sind. Nach unserer Auffassung, nach den Diskussionen, die wir geführt haben, ist es am wahrscheinlichsten, die Geschlossenheit der Europäischen Union zu wahren, indem wir die Listung von Individualpersonen sehr schnell auf den Weg bringen.