Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe Linke! Ihr rotes Thüringen liegt bei Studienplätzen fürs Lehramt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 22 Studierenden pro 1 000 Schüler.
Thüringen hat nur 17. Sie Moralinis, kehren Sie vor Ihrer eigenen Haustüre!
Die FU Berlin, liebe Rot-Rot-Grüne, lehnt 85 Prozent der potenziellen Grundschullehrer ab – aus Kapazitätsgründen! Schande! Und Brandenburg, Frau Völlers, bildet nicht mal Berufsschullehrer aus. Jedes Land strickt in der Lehrkräftegewinnung eigene Konzepte ohne Koordination. Wann kommt endlich der Masterplan Lehramtsstudium?
Die AfD fabuliert in ihrem Antrag über humanistische Bildung und Schüler-Lehrer-Kontakte. Auf Ihren Denunziantenportalen hingegen rufen Sie dazu auf, Lehrer an den virtuellen Pranger zu stellen. Aus jungen Menschen den inneren Blockwart herauszukitzeln: Das ist der Humanismus der AfD. Super, Frau Höchst!
Wir Freien Demokraten fordern massives Engagement auf zwei Ebenen: einerseits langfristige Strategien, um mehr Menschen für den Lehrerberuf zu gewinnen, für schöpferisch-kreatives Lernen, für mehr Qualität in der Bildung; andererseits unmittelbares Handeln in der Krise. Es ist goldrichtig, dass Schulen und Kitas jetzt offen bleiben, aber definitiv kein Freibrief, auf der faulen Haut zu liegen. Jetzt ist die Chance, Schulen hybridfähig auszubauen: für Schulunterricht in Präsenz, wo nur möglich, und mit voller Kraft auf Distanz, wenn nötig.
Schule darf in der zweiten Coronawelle nicht so versagen wie in der ersten. Aber die Bundesregierung, Frau Ministerin, kommt ja nicht in die Hufe. Wir müssten dringend europäische Education-Start-ups in den digitalen Unterricht einbeziehen: Serlo, simpleclub, itslearning. Sie haben fertige Lösungen. Da braucht der Staat das Rad nicht mehr neu zu erfinden.
Lehrerverbandschef Heinz-Peter Meidinger sagt zu Recht: Wir brauchen privatwirtschaftliche Angebote und müssen dabei mit den Kompromissen leben. – In der Krise scheitert, wer 100 Prozent Perfektion verlangt.
Die Bürger wollen keine Zuständigkeits- und Schuldzuweisungen zwischen Bund und Ländern, sondern Lösungen; denn jetzt ist Krise! Wenn es brennt, packt man an. Da gießt man nicht verträumt die Blumen, sondern hält den Wasserschlauch auf die brennende Hütte. Ran an den Speck, Frau Karliczek!