Herzlichen Dank, Herr Kollege, für die Möglichkeit, Ihnen eine Frage zu stellen. – Der Name von Trotha ist hier schon gefallen; das ist in der Tat ein dunkles Kapitel der deutschen Kolonialgeschichte, obwohl es, wie der Kollege Bystron schon sagte, rechtlich geahndet wurde.
Selbst ein Militär wie der General von Lettow-Vorbeck hat nach dem Ersten Weltkrieg in seinem Buch über Afrika geschrieben, er sei schon während des Krieges zu der Erkenntnis gekommen, dass man die afrikanischen Staaten möglichst schnell in die Unabhängigkeit entlassen soll. Ich glaube, das hat keine andere Kolonialmacht zu dem Zeitpunkt angemerkt. Es gibt noch einige andere Beispiele dafür in der deutschen Kolonialgeschichte.
Worauf ich hinaus möchte, lieber Herr Lindh, ist Folgendes: Ich höre ganz viel über die Kolonialmächte; ich glaube aber, die Deutschen sind die Letzten, die sich darüber Gedanken machen müssen. Briten und Franzosen haben, so glaube ich, eine ganz andere Geschichte aufzuarbeiten als wir.
Eine Region lassen Sie aber immer völlig außer Acht, und dahin geht meine Frage. Haben Sie schon einmal die arabischen Staaten aufgefordert, ihre Geschichte aufzuarbeiten? Diese haben über 500 Jahre lang Sklavenjagd in Afrika betrieben, bis in das Herz von Afrika hinein, und haben ein Drittel einer jeden Generation weggefangen und versklavt.
Habe ich schon einmal von Ihnen gehört, dass die arabischen Staaten aufgefordert werden, diese Geschichte aufzuarbeiten?
– Jetzt ist Herr Lindh dran.