Noch einen Satz dazu: Sie sprechen die ganze Zeit von der Flexibilität, die die Unternehmen brauchen, und sagen, weshalb es diese Minijobs braucht. Herr Kober, Sie haben sich ja sogar darauf verstiegen, zu sagen, diese ganzen Berufsgruppen gäbe es nicht mehr, wenn man die Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umwandelte. Sie haben von den Zeitungszustellern gesprochen, die es dann nicht mehr gäbe, und von den Ticketabreißern, die es dann nicht mehr gäbe. Das ist ja Unfug. Diese ganzen Tätigkeiten wird es auch weiterhin geben. Die Menschen werden da weiterhin arbeiten. Der einzige Unterschied ist, sie wären dann sozial abgesichert.
Das ist der einzige Unterschied, den es an dieser Stelle gibt.
Es gibt natürlich genug reguläre Beschäftigungsverhältnisse, in denen Flexibilität möglich ist, die auch ein Arbeiten zu Spitzenzeiten ermöglichen. All das verneinen Sie, weil Sie am Ende den Minijobbern diese Grundabsicherung einfach nicht zur Verfügung stellen wollen.
Das ist die zentrale Kontroverse. Es geht nicht um die Frage, ob es diese Tätigkeiten gibt. Es geht nicht um die Frage, ob es eine begrenzte Arbeitsstundenzahl gibt. Es geht nicht um die Frage, ob man Leute als Hilfe zu Spitzenzeiten einstellen kann. Es geht nicht um die Frage der Flexibilität. Das alles beantworten wir mit einem Ja. Ja, das muss es weiterhin geben, aber die Menschen müssen vernünftig sozial abgesichert werden. Dann haben sie nämlich Unterstützung in der Krise. Dann ist der Sozialstaat ein Versprechen für die Krise, für die Unternehmen und für die Beschäftigten. Deswegen haben alle etwas davon, da ein Stück weit reinzuinvestieren.