Frau Bundeskanzlerin, der Wirecard-Skandal ist der größte Finanz- und Bilanzskandal der Nachkriegsgeschichte. 20 Milliarden Euro Börsenwert wurden vernichtet. Viele Kleinanlegerinnen und Kleinanleger haben häufig ihre kompletten Lebensersparnisse verloren. Über die Machenschaften des Wirecard-Managements, das mutmaßlich mit hoher krimineller Energie vorgegangen ist, gab es bereits früh internationale Presseberichte, zum Beispiel der „Financial Times“. Ein fleißiger Beamter aus dem Kanzleramt, Herr Papageorgiou, hat Ihnen aufgrund dieser Medienberichte davon abgeraten, sich mit dem damaligen CEO von Wirecard, damals ein DAX-Konzern, zu treffen. Sie haben sich aber kurze Zeit später in China, mutmaßlich beim mächtigsten Mann Chinas, für dieses Unternehmen engagiert. Wie kann es denn sein, dass Sie dem damaligen Vorsitzenden von Wirecard, Markus Braun, aufgrund dieser Presseberichte ein Treffen verweigert haben, sich aber gleichzeitig in China für dieses Unternehmen eingesetzt haben?