Frau Bundeskanzlerin, der Kollege De Masi hat Sie schon auf Ihr Engagement in China für das Unternehmen Wirecard angesprochen. Ich will das noch einmal etwas einordnen. Für Wirecard war über Jahre hinweg entscheidend, dass man Tochtergesellschaften im Ausland zugekauft hat; das haben die in großer Zahl gemacht, weil sich dahinter Scheinumsätze haben verstecken lassen und weil man den Investoren diese Zukäufe immer als Erfolgsgeschichte verkaufen konnte. So geschah es auch nach dem von Ihnen mitvermittelten Zukauf von AllScore in China. Diese Zukäufe hatten also eine Relevanz für das Aufrechterhalten des Betrugsmodells.
Nun ist es so, dass es nicht nur speziell bei dem Fall AllScore in China im Kanzleramt Bedenken gegenüber Wirecard gab, die auch aktenkundig sind, sondern dass zusätzlich zwei Tage vor Ihrer Abreise nach China einer Ihrer früheren Minister, Karl-Theodor zu Guttenberg, ein persönliches Gespräch, das er mit Ihnen führen durfte, genutzt hat, um am Rande dieses Gesprächs seinen geschäftlichen Tätigkeiten für Wirecard nachzugehen. Ich glaube, dass das ein Unterschied zu dem Routinevorgang ist, den Sie sich gegenüber Herrn De Masi bemüht haben darzustellen. Ich möchte Sie fragen, ob Sie das eigentlich korrekt fanden, auf die Bitte von Herrn zu Guttenberg in der Weise einzugehen, wie Sie das getan haben, und ob das aus Ihrer Sicht nicht ein Anlass wäre, an dieser Stelle Selbstkritik bezüglich Ihres Engagements in China für dieses Unternehmen zu üben.