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202. Sitzung
Donnerstag, 17. Dezember 202019. Wahlperiode, 202. SitzungSonderregelungen zum Arbeitslosengeld und zum vereinfachten Zugang zur Grundsicherung verlängern und verbessern
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Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Frau Schimke, wissen Sie, was uns, also Die Linke, und die CDU unterscheidet?

Sie haben den Sozialstaat in den letzten Jahren abgebaut, und wir wollen ihn wiederherstellen. Das ist der Unterschied!

Meine Damen und Herren, der Arbeitsmarkt erlebt eine schwere Krise. Trotz Kurzarbeit sind eine halbe Million Menschen mehr arbeitslos. Natürlich endet die Krise nicht am 31. Dezember dieses Jahres. Deshalb, meine Damen und Herren der Bundesregierung, haben Sie die Sonderregelungen bei der Kurzarbeit bis 2021 verlängert. Die Linke fordert: Verlängern Sie genauso die Sonderregelung beim Arbeitslosengeld! Das ist dringend notwendig!

Beifallbei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN

Drei Monate länger Arbeitslosengeld, das macht für viele Menschen einen riesigen Unterschied. Sie sparen hier auf dem Rücken derjenigen, die ihre Arbeitsplätze verlieren. Das ist ungerecht, und das ist unsozial, meine Damen und Herren. Wenn diese Koalition nicht den Beitrag zur Arbeitslosenversicherung gesenkt hätte, dann wären die Reserven der Bundesagentur für Arbeit gut gefüllt. Der Wirtschaftsabschwung hat sich doch schon vor Corona angebahnt. Dann muss man doch die Sozialversicherung stärken. Das wäre eine gute Arbeitsmarktpolitik, meine Damen und Herren.

Beifallbei der LINKEN

Zur Zeit von Helmut Schmidt, der gewiss kein Linker war, betrug das Arbeitslosengeld 68 Prozent vom letzten Netto. Das stärkte in der Wirtschaftskrise die Konjunktur. Fast genau vor 17 Jahren, auch in einer Wirtschaftskrise, haben Union und SPD, Grüne und FDP die Agenda 2010 beschlossen. Seitdem bekommen Erwerbslose das Arbeitslosengeld unter erschwerten Bedingungen und müssen dann oft Hartz IV beziehen. Seitdem geht die Angst um, den Arbeitsplatz und auch den Lebensstandard zu verlieren. Damit muss endlich Schluss sein, meine Damen und Herren!

Beifallbei der LINKEN

Die Linke fordert ab sofort und dauerhaft erstens ein erhöhtes Arbeitslosengeld von 68 Prozent vom letzten Netto, zweitens einen leichteren Zugang, vor allem für Beschäftigte mit kurzen Beitragszeiten, drittens für alle Versicherten eine beitragsfinanzierte Anschlussleistung.

Ich komme zum Schluss. – Meine Damen und Herren, niemand verliert freiwillig den Arbeitsplatz. Arbeitslosigkeit ist ein strukturelles Merkmal unseres Wirtschaftssystems mit seinen wiederkehrenden Krisen. Deshalb ist es das Mindeste, den Lebensstandard von erwerbslosen Menschen zu sichern.

Vielen Dank.

Beifallbei der LINKEN
Beifallbei der SPD

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