Ja, wenn Sie gestatten. – Das ist wahrscheinlich ein sehr wesentlicher Punkt. Alle Kolleginnen und Kollegen, die sich im Bereich Zivilschutz und Bevölkerungsschutz, aber auch in der Reform der Sicherheitsbehörden auskennen, stoßen natürlich immer wieder auf die Frage der Bund-Länder-Zusammenarbeit. Diese Frage stellt sich dann ganz ohne Zweifel. Ich glaube, ehrlich gesagt, in den letzten Jahren sind viele Reformen gescheitert, weil es in den Ländern, unabhängig von der parteipolitischen Farbe, mitunter einen gewissen Widerstand gab gegen Reformanstrengungen oder Reformbewegungen aus dem Parlament hier.
Glauben Sie, dass durch diese Coronapandemie vielleicht ein neuer Geist der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern entstehen könnte? Man kann ja die Ministerpräsidentenkonferenzen kritisieren; aber man kann vielleicht auch feststellen, dass es eine Plattform ist, wo Bund und Länder sich wirklich auf das Ziel einigen, gemeinsam einheitliche Regeln zu schaffen. Das ist ja ein guter Ansatz, und es ist besser, als 16 verschiedene Regeln in diesem Land zu haben. Das würde wahrscheinlich zu noch mehr Durcheinander und Chaos führen. Deswegen meine Frage: Wie, glauben Sie, wird sich dieser Geist künftig im Hinblick auf den Bevölkerungsschutz sowie gemeinsame Lagebilder und gemeinsame Lagezentren entwickeln?