Sie wissen, dass sich die CDU/CSU-Fraktion jetzt selber Regeln gegeben hat. Über diese wird auch mit anderen Fraktionen gesprochen. Diese Regeln, die mehr Transparenz hinsichtlich Fragen der Kollision von Berufstätigkeit und Tätigkeit im Abgeordnetenmandat adressieren, unterstütze ich ausdrücklich. Ich will deutlich sagen, dass ich auch angesichts der Verweildauer im Parlament ein hohes Interesse daran habe, dass Menschen, wenn sie im Parlament waren, wieder in ihre Berufe zurückkehren können. Das wirft Spannungen auf. Die müssen gelöst werden.
Den Beirat bzw. Rat, der in der Union kreiert wurde, in dem Abgeordnete offen darüber berichten können, ob man im Landwirtschaftsausschuss sein kann, wenn man parallel noch einen Landwirtschaftsbetrieb führt – das ist nur ein Beispiel –, oder ob man in der Gesundheitspolitik arbeiten kann, wenn man als Physiotherapeut tätig ist, finde ich wichtig. Das gilt natürlich auch für andere Bereiche, also ob man im Umweltausschuss sein kann und zugleich in einem entsprechenden Bereich arbeitet, in dem man auch Entgelt bekommt; das prägt eben nicht nur Tätigkeiten von Unionsabgeordneten. Darüber muss man immer wieder sprechen.
Ein vielfältiges Parlament hat aber auch seine Vorteile. Auch das muss man sagen. Wenn hier nur noch Menschen sitzen würden, die wissen, dass sie irgendwann auf sichere Arbeitsplätze zurückkehren können – diese sind zum Beispiel im öffentlichen Dienst sicherer als in anderen Bereichen –, dann glaube ich nicht, dass hier die Vielfalt unserer Gesellschaft widergespiegelt würde. Das muss immer wieder abgewogen werden.