Ich persönlich glaube – es gab ja einige Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, die das befürwortet haben –, dass schon das Wort des kontaktarmen Urlaubs ein bisschen in die Irre führen könnte. Auf einem Zeltplatz oder auf einem Campingplatz oder in einer Ferienwohnung muss man sich auch die jeweiligen Situationen vorstellen. Sie alle kennen solche Situationen. Dass die Familien, sozusagen ohne Kontakt mit einer anderen Familie zu haben, einen ganzen Urlaub verbringen, das erschließt sich mir nicht auf den ersten Blick; das mag es im Einzelfall geben. Aber in der Regel gibt es wieder vollkommen neue Konstellationen von Kontakten. Menschen nämlich, die sich bisher nicht kannten, kommen sich dann sehr nah, und es gibt Mobilität zumindest innerhalb eines Bundeslandes; die meisten haben ja gesagt, sie wollen es auf das Bundesland beschränken. Ich sehe durchaus die Vorteile, die das haben kann, wenn man eine kleine Wohnung hat, wenn man keinen Zweitwohnsitz hat usw.; all diese Argumente sind ja ausgetauscht worden.
Ich glaube trotzdem: In einer Situation, wo wir im exponentiellen Wachstum der Fälle sind, wäre es das falsche Signal gewesen. Das war meine Überzeugung. Das heißt nicht, dass ich mir das unter anderen Umständen, wenn wir zum Beispiel wieder langsam sinkende Inzidenzen hätten, nicht sehr, sehr gut vorstellen könnte.