Das ist ein Thema, das im Rat der Außenminister am Montag auf der Tagesordnung stand. Der britische Außenminister Boris Johnson hat dazu noch einmal vorgetragen, auch sehr detailliert, was die Beweislage angeht. Bei dem verwendeten Nervengift – das ist mittlerweile klar – handelt es sich um einen Kampfstoff, der in den 70er-Jahren in der Sowjetunion entwickelt worden ist und zu dem nachweislich bis in die 90er-Jahre geforscht wurde. Die russischen Verantwortlichen haben, nachdem sie von der britischen Regierung aufgefordert worden sind, sich dazu zu verhalten, zunächst einmal darauf hingewiesen, dass es in Russland keine Bestände mehr gebe. Dann ist darauf hingewiesen worden, dass es möglicherweise doch Bestände gebe, die irgendwo übrig geblieben seien.
Insofern ist die Indizienlage so, dass wir im Moment davon ausgehen, dass es keine alternative plausible Erklärung dazu gibt, dass hier im Verantwortungsbereich von Russland zu suchen ist. Wir werden uns, zusammen mit dem britischen Kollegen, um weitere Aufklärungsschritte bemühen. Allerdings wird dies nur möglich sein, wenn die russischen Verantwortlichen und Behörden sich daran konstruktiv beteiligen. Davon kann bisher keine Rede sein. Solange dies aber nicht geklärt ist, wird es außerordentlich schwierig sein, über weitere Maßnahmen zu reden. Auch das ist im Rat in Brüssel diskutiert worden. Dort bestand aber die einhellige Auffassung, dass man noch etwas Zeit braucht, um die Beweislage zu verdichten. Deshalb gab es am Montag auch keinerlei Beschlüsse, weitere Maßnahmen zu ergreifen, sei es die Ausweisung von Diplomaten oder was auch immer; das ist dort auch gar nicht mehr aufgerufen worden. Vielmehr wollen wir die Beweislage weiter klären und behalten uns vor, uns dann, wenn diese geklärt ist, noch einmal damit auseinanderzusetzen, wie wir damit umgehen.
Wichtig ist vor allen Dingen gewesen, dass es eine geschlossene Reaktion der Europäischen Union gegeben hat. Diese ist den Beschlüssen, die am Montag gefasst worden sind, eindeutig zu entnehmen.
Die nächste Frage stellt die Kollegin Vogler.