Vorweg: Ich glaube, ich spreche im Namen nahezu aller Mitglieder des Hauses, dass man Ihnen für die 19 Jahre im Deutschen Bundestag und für Ihr Engagement für die Menschenrechte danken kann.
Ich habe die Frage noch gar nicht beantwortet. Ich bin in einer Nuance anderer Meinung als Sie. Das ist nicht der erste Schritt, den wir tun; aber es darf und wird ganz gewiss auch nicht der letzte sein. 1859 hat Preußen die Buchprüfungspflicht eingeführt, weil man damals zu der Erkenntnis kam, dass die Erstellung richtiger Bilanzen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und nicht nur eine Verpflichtung ist; das war auch sehr wirksam. Aber wir haben – bis wir zu unserem heutigen Wirtschaftsprüfungsrecht gekommen sind, das, wie wir bei Wirecard gesehen haben, nach wie vor noch Lücken hat – diese gesetzliche Grundlage – ich weiß nicht, wie oft – in der Welt modifiziert und verbessert. Und so werden wir ganz sicher bei dieser schwierigen Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Menschenrechte überall in der Welt zur Geltung kommen, noch ganz oft – und sicher nicht nur im Deutschen Bundestag – nachbessern müssen. Auch das ist Teil dieser Aufgabe.
Wenn ich das sagen darf, lieber Hubertus Heil: Sie haben gesagt, Nike sei auch verpflichtet. Das stimmt leider – und ich sage bewusst: leider – nicht; denn die UN hat vor zehn Jahren aus meiner Sicht den Fehler begangen, entsprechende Verpflichtungen an Mitarbeiterzahlen festzumachen und nicht am Umsatz, was ich persönlich für besser gehalten hätte.
Zurück zu den Einwänden. Frau Brugger, ich wollte Ihnen sagen: Es stimmt einfach nicht, was Sie sagen. Ich selber bin seit zwölf Jahren in einer NGO engagiert. Wir haben sehr viel mit NGOs geredet, auch der Wirtschaftsflügel. Aber es ist wichtig, dass ein Gesetz handhabbar und praktisch ist. Dazu gab es Bedenken, und die muss man auch verstehen. So schafft man gesellschaftlichen Konsens und ein Miteinander. Jetzt steht auch der Wirtschaftsflügel hinter dem Gesetz,
das Sie selber als vielleicht noch nicht wirksam genug, aber immerhin als wirksam bezeichnet haben.
Meine Redezeit ist zu Ende; deswegen möchte ich nun abschließen. Ich bin persönlich als Unternehmer, als Mitglied dieser CDU/CSU-Bundestagsfraktion und als jemand, der seit zwölf Jahren für die älteste Kinderrechtsorganisation der Welt, Save the Children, arbeitet, stolz darauf, dass wir heute diesen Meilenstein verabschieden können. Ich freue mich über jede und jeden, die oder der heute zustimmt.
Vielen Dank.