Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Unsere Debatte spiegelt die Realität in Afghanistan ja ganz richtig wider. Es ist bedrückend; es ist erschütternd. Während wir hier debattieren, zeigt sich einmal mehr, welch schwierige und wertvolle Arbeit unsere Soldatinnen und Soldaten und alle weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Flughafen in dieser gefährlichen Situation leisten. Ihnen allen gebührt unser aller Dank und unsere hohe Anerkennung für die professionelle Arbeit.
Der am Ende überstürzte Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan hat die Situation für die afghanische Bevölkerung überall im Land noch einmal verschärft. Bei unserer letzten Mandatsverlängerung hatten wir uns ja mehr Zeit eingeplant. Es ist anders gekommen, und darüber wird natürlich zu reden sein.
Aber ich möchte an dieser Stelle auch anmerken: Viele von uns telefonieren in diesen Tagen mit Afghaninnen und Afghanen und deren Angehörigen und auch mit Deutschen, die dort sind. Sie alle wurden von dieser Entwicklung überrascht. Niemand hat es kommen sehen, dass die Taliban wirklich so schnell in Kabul einmarschieren.
Deswegen finde ich es etwas wohlfeil, wenn man jetzt sagt: Na ja, wir haben es immer schon gewusst. – So ist es eben leider nicht. Wir hätten gerne den Menschen noch viel mehr Möglichkeiten geschaffen, dort rauszukommen.
Meine Heimatstadt Hamburg ist schnell vorangegangen, denjenigen, die jetzt aus dem Land gebracht werden können, einen sicheren Hafen anzubieten. Ich freue mich über jedes Bundesland, das im Moment Solidarität mit diesen Menschen in großer Not zeigt.
– Das ist ganz praktische Politik für die, die da sind.