Nein, ich gestatte keine Zwischenfrage. – Es ist deshalb nur konsequent, für notwendige Infektionsschutzmaßnahmen stärker auf die Hospitalisierungsrate abzustellen. Sie wird der neue Leitwert. Die Inzidenz bleibt aber wichtiger Frühindikator, sowohl was die Infektionsdynamik als auch die Verteilung in den Altersgruppen angeht. Sie wird bei den Infektionsschutzmaßnahmen genauso wie die Impfquote oder Intensivbettenbelegung weiterhin berücksichtigt werden müssen. Konkrete bundeseinheitliche Schwellenwerte wird es allerdings nicht mehr geben. Diese können die Länder unter Berücksichtigung ihrer Versorgungskapazitäten künftig selbst festlegen.
Kolleginnen und Kollegen, es ist gut, dass wir heute diese wichtigen Änderungen im Infektionsschutzgesetz vornehmen. Diese Regelungen sind ausgewogen, sie sind notwendig, und sie sind richtig. Aber ich sage auch: Besser noch als die Erfassung des Infektionsgeschehens ist es, die Covid-Infektion überhaupt nicht zuzulassen.
Über 54 Millionen Menschen in Deutschland haben sich schon für eine Impfung entschieden – eine gute Entscheidung. Aber um sicher durch Herbst und Winter zu kommen, müssen sich noch mehr dafür entscheiden. Ich appelliere deshalb an alle Zögerlichen, Zweifler, Skeptiker: Setzen Sie sich noch einmal intensiv mit den Impfungen auseinander, sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrer Ärztin! – Neue Studien zeigen erneut die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe. In der Altersgruppe 18 bis 59 heißt das ganz konkret: 95-prozentiger Schutz vor Hospitalisierung, 97-prozentiger Schutz vor Intensivbehandlung, 100-prozentiger Schutz vor einem tödlichen Krankheitsverlauf. Also, lassen Sie sich impfen! Schützen Sie Ihr Leben und Ihr eigenes Umfeld!