Frau Präsidentin, herzlichen Dank für das Wort. – Ich darf auch für meine Fraktion erklären, dass wir uns freuen, dass es den beiden Ministern gesundheitlich gut geht. Das wäre eigentlich eine hervorragende Voraussetzung, um auch gute Regierungsarbeit zu leisten. Da haben wir allerdings gewisse Zweifel und auch Fragen.
Der Bundesminister für Finanzen hat ja deutlich gemacht, dass die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Moment wirklich ziemlich Sorgen bereitet. Die Menschen verlieren massiv an Kaufkraft, und der Investitionsstandort – also die Frage, ob Firmen hier wirklich investieren wollen – ist deutlich unattraktiver geworden. Wir haben die höchsten Strompreise und die dritthöchsten Unternehmensteuern weltweit. Unsere Wirtschaft schrumpft. Und nun sagen Sie, Herr Minister: Ich mache jetzt ein Wachstumschancengesetz, und darauf setze ich meine Hoffnungen. Das wird den Standort wieder in Schwung bringen. – Das Gesetz enthält viel Richtiges. Aber es ist ein Entlastungsvolumen von gerade einmal 7 Milliarden Euro jährlich vorgesehen. Gleichzeitig fördern wir beispielsweise eine Chipfabrik in Magdeburg mit 10 Milliarden Euro. Glauben Sie vor diesem Hintergrund, dass Ihr Wachstumschancengesetz bei dem geringen Volumen – gerade einmal 7 Milliarden Euro – einen Wachstumsschub für die gesamte deutsche Wirtschaft auslösen kann?