Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin ganz dankbar, dass ich in den letzten drei Minuten noch mal über den Globalen Süden sprechen darf.
Ich war schon ein bisschen verwundert: Wenn wir über Rohstoffe sprechen, ist der Globale Süden natürlich Ansprechpartner Nummer eins. Dort sind viele wichtige Rohstoffe. Von daher war ich etwas überrascht, dass die Themen Menschenrechte, ILO-Kernarbeitsnormen und Umweltstandards irgendwie bei beiden Rednern, sowohl von der AfD als auch von CDU/CSU, keine Rolle spielten.
Aber das kann ich jetzt nachholen; denn man muss schon sagen: Wir haben es teilweise im Globalen Süden mit schwierigen Partnern zu tun; das ist so. Das sind jetzt nicht unbedingt alles lupenreine Demokratien – ja, in Ordnung, und wir wissen, dass wir nicht nur mit lupenreinen Demokratien handeln können. Das wissen wir, und das machen wir ja auch nicht. Aber es ist trotzdem so, dass Werte kein Klimbim sind; ich glaube, Herr Kaufmann hat das irgendwie so bezeichnet.
Natürlich müssen wir auch klarmachen, dass wir Werte haben. Wir wollen aber nicht moralisch hingehen und sie top-down vermitteln, sondern im gemeinsamen Diskutieren, im gemeinsamen Miteinander auf Augenhöhe. Das ist, glaube ich, auch das Ziel, und das machen wir, und das ist auch gut so.
Im Globalen Süden wird aber eines verlangt. Wenn wir über Partner sprechen, mit denen sonst Handel getrieben wird – China ist heute häufig genannt worden –, dann sagen die uns eines: Wir müssen nicht nur mit China arbeiten, wir wollen auch nicht nur mit China arbeiten. Aber wir wollen mit einem Europa arbeiten, wir wollen mit einem Deutschland arbeiten, das uns nicht nur als Rohstofftankstelle sieht, so wie das früher der Fall war, sondern in Partnerschaft auf Augenhöhe.
Das heißt, wir müssen uns auch über das Thema Wertschöpfung unterhalten. Denn was macht China? China zieht die Rohstoffe ab, baut dafür Infrastruktur mit horrenden Krediten und macht das sogar noch mit eigenen Arbeitskräften. Das heißt, die betroffenen Länder kommen in eine Spirale, aus der sie ganz schwer wieder rauskommen.
Da müssen wir Alternativen schaffen, und ich glaube, über das Thema Wertschöpfung, über das Thema Know-how, über eine Partnerschaft auf Augenhöhe sind wir da auf dem richtigen Weg. Und wir haben politisch ja auch schon viel getan – das muss man auch sagen –: mit Handelsabkommen, mit einer Rohstoffstrategie der Europäischen Union – ich sage es auf Deutsch, weil ich den englischen Begriff dazu ein bisschen kompliziert finde –, mit der Nationalen Sicherheitsstrategie, mit kontinentalen Strategien und, und, und.
Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg, aber auch die Wirtschaft muss mitmachen. Denn warum sind wir denn so schlecht beim Lithium? Weil Trends verschlafen wurden. Ich komme aus Niedersachsen. In Osnabrück ist ein Automobilwerk eines bestimmten Automobilherstellers. Der Trend wurde verschlafen, und das muss nachgeholt werden.
Das heißt, es ist nicht nur eine politische Aufgabe, sich um Rohstoffe zu kümmern, sondern es ist natürlich auch eine Aufgabe der Wirtschaft, und das in Partnerschaft. Und wenn da Trends verschlafen werden, braucht man sich am Ende des Tages nicht wundern, wenn man hinterherhängt. Von daher gilt auch da: Mit voller Kraft voraus, und zwar gemeinsam!
Ich würde auch gern noch was zum Thema Lieferketten sagen, habe aber keine Zeit mehr. Es folgt ja noch ein Antrag zur Abschaffung des Lieferkettengesetzes, in zweieinhalb Stunden; dann kann ich es nachholen. Die letzten 20 Sekunden bleiben für den Abend. Und bis dann!
Danke schön.