Okay, gut. Dann mache ich weiter. – Ich habe dort aber auch gesehen, dass die nachhaltige Bewirtschaftung von Regenwaldgebieten finanziell ertragreicher ist, und zwar viel ertragreicher, als sie es sein kann durch Rodung und Gewinn neuer Landwirtschaftsflächen. Nur, es braucht Investitionen, und es braucht die Verbreitung von Know-how. Genau das tun wir mit dem Amazonienfonds; damit unterstützen wir das ganz gezielt. Aber das zeigt doch auch, wo der Weg hingehen muss, nämlich nicht in ein plattes Wegmachen des Waldes und ein Ersetzen durch Sojaplantagen, sondern hin zu einer intelligenten Handels- und Wirtschaftspolitik.
Deswegen ist es gut, dass wir Anforderungen an Handelsabkommen stellen, dass der Klimaschutz berücksichtigt sein muss, dass das Paris-Abkommen als essenzieller Bestandteil berücksichtigt wird, dass wir Waldschutz berücksichtigen, dass wir Nachhaltigkeitskapitel verankern, auch zum Schutz der Arbeitnehmer/-innen vor Ort.
Aber wofür steht denn eigentlich die Union? Die damalige Landwirtschaftsministerin Klöckner hat sich 2020 gegen das Abkommen ausgesprochen. Wie ist das jetzt? Heute sagt sie, es sei verantwortungslos, dagegen zu sein. Herr Rouenhoff, heute sprechen Sie sich dafür aus. Es gibt in der Union einen designierten Landwirtschaftsminister; der ist Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, ist CSU-Mitglied und spricht sich gegen das Abkommen aus. Ja, wo stehen Sie denn eigentlich?
Ich kann Ihnen sagen, wo wir stehen. Wir werden uns die Texte genau anschauen. Wir haben mit der handelspolitischen Agenda eine Grundlage für die Bewertung geschaffen, nämlich dass es effektiven Waldschutz gibt, dass Nachhaltigkeit verankert sein muss. Und wenn das gegeben ist, dann ist es auch sinnvoll, Handel auszubauen, denn es verstärkt die Bindung zwischen den Ländern, stabilisiert die Gesellschaften und sorgt für langfristige stabile Handelsbeziehungen.
Wir haben in dieser Regierung CETA verbessert, ratifiziert. Die EU hat Abkommen abgeschlossen mit Neuseeland, mit Chile. Die unionsgeführte Regierung hat kein einziges abgeschlossen. Wir werden in diesem Sinne weitermachen, auch mit Rohstoffpartnerschaften und mit Rohstofffonds, und somit für Wohlstand sorgen für Menschen in aller Welt.