Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kollegen! Liebe Sportler! Sportpolitik in Deutschland – das ist eines der größten Trauerspiele seit der Wiedervereinigung. Ziehen wir doch einfach mal Bilanz: Deutschland war 2024 bei Olympia auf dem zehnten Platz mit 33 Medaillen. Kleinere Länder wie Australien, Niederlande, Großbritannien und Italien waren vor uns, und sie waren besser. 1988 hat das damals kleinere Deutschland mit 40 Medaillen den fünften Platz belegt. 1992 in Barcelona sind wir als Gesamtdeutschland mit insgesamt 82 Medaillen Dritter geworden, nur knapp hinter den USA. Davon können wir heute nur noch träumen.
Heute, nach 35 Jahren Wiedervereinigung, sind wir also sieben Medaillen schlechter als die alte Bundesrepublik vor 36 Jahren, obwohl wir 17 Millionen Einwohner mehr haben und die beiden wirklich guten Spitzensportinstitute FES und IAT aus der DDR übernommen haben.
Das, was die DDR an guten Sportlerleistungen und Fachwissen in das neue Deutschland eingebracht hat, ist in diesen 35 Jahren nach und nach einfach verfrühstückt worden.
Die Sportpolitiker aller alten Parteien haben zugeschaut und nichts, aber auch gar nichts gegen diesen Niedergang unternommen.
Am einfachsten sieht man das beim Geld. Es gibt einen Staatsminister für Kultur mit einem Etat von 2,4 Milliarden Euro. Der Sportetat dagegen liegt bei vergleichsweise mickrigen 330 Millionen Euro, also bei einem Siebentel des Kulturetats, und das bedeutet schon eine Verdopplung in den letzten sieben Jahren.
Jetzt, nach jahrzehntelanger Vernachlässigung des Sportes, sollen es ein Sportfördergesetz und eine Sportagentur richten. Tja, wenn ich nicht mehr weiterweiß, dann gründe ich einen Arbeitskreis.
Unsere Prognose: Das wird nichts. Es gibt ein paar neue Posten für SPD-Politiker im Abklingstadium, und das war’s dann auch.
Und gleich eine Warnung an die Sportler: Dieses Gesetz ist der Anfang vom Ende der Autonomie des Sportes. Die starre Verrechtlichung wird dazu führen, dass die Handlungsmöglichkeiten des DOSB und der anderen Verbände nach und nach weiter eingeschränkt werden. Nichts machen Politiker lieber, als anderen Leuten Vorschriften machen, möglichst neue Vorschriften.
Unser Vorschlag sieht völlig anders aus:
Erstens: ein Goldener Plan Sport mit 40 Milliarden Euro für die Sportstätteninfrastruktur.
Zweitens: endlich die Umsetzung unserer Vorschläge, wie zum Beispiel die Verbesserung der Trainervergütung unter anderem durch Vierjahresverträge, die Verfünffachung der Olympiaprämien, die Förderung des Leistungsgedankens, also endlich mal wieder Bundesjugendspiele mit Siegerurkunden und so etwas, usw. usf.
Insgesamt haben wir in dieser Wahlperiode 20 Sportanträge vorgelegt.
Drittens und aus unserer Sicht am wichtigsten: Globalhaushalte an die Spitzensportverbände und eben keine kleinteiligen bürokratischen Abrechnungen. Im dynamischen Sportumfeld brauchen wir mehr Freiheit, dafür aber auch knallharte Erfolgskontrolle nach einem Olympiazyklus.
Weiterhin brauchen wir kompetente und vor allem risikobereite Sportfunktionäre, am besten ehemalige Sportler, die dafür brennen, dass die nächste Sportlergeneration auch so erfolgreich wird.
Was wir dort nicht brauchen, sind SPD-Politiker im Abklingbecken, wie es heute die Präsidenten vom DOSB, DFB, DBS und des Bundes Deutscher Radfahrer sind.
Lasst die Fachleute ran, lasst die Politiker draußen, und dann klappt’s auch wieder mit dem Sport.
Wir von der Alternative für Deutschland würden bis zu 1 Milliarde Euro für den Spitzensport ausgeben.
Sport frei und vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.