Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Ich will auch, dass Deutschland vorne dabei ist. Ich möchte, dass es diesem Land gut geht. Ich möchte, dass die Wirtschaft pulsiert. Das wollen wir Grünen. Ich glaube, das wollen wir alle,
und hier einen Spaltpilz reinzutreiben, ist Unfug.
Wir haben gemeinsam mit der FDP – ich frage mich manchmal, warum Sie das nicht ein bisschen mehr feiern – allein im letzten Jahr Steuersenkungen in einer Summe von 45 Milliarden Euro beschlossen, um Sie zu entlasten.
Ich übersetze das mal. In den letzten Jahren haben Sie, die Bürgerinnen und Bürger und auch die Unternehmer und Unternehmerinnen, ja sehr unter gestiegenen Preisen gelitten. Aber wir haben zum Beispiel für eine Familie, die ungefähr 56 000 Euro im Jahr verdient, gemeinsam Steuersenkungen von ungefähr 1 500 Euro beschlossen.
Auch wenn vielleicht noch mehr nötig ist, ist auch das wichtig. Es ist hier ein breiter Konsens gewesen, Sie zu entlasten.
Das haben wir auch mit anderen Dingen gemacht. Die EEG-Umlage, die Sie persönlich immer zahlen mussten, haben wir abgeschafft.
Das ist bei einem Vierpersonenhaushalt eine Ersparnis von bis zu 300 Euro im Jahr.
Die FDP-Fraktion schlägt in ihrem Antrag vor, den Grundfreibetrag zu erhöhen. Das haben wir gerade erst gemacht. Jetzt kann man bis zu 1 000 Euro im Monat verdienen und muss darauf keine Steuern zahlen. Das ist dieser ominöse Grundfreibetrag, von dem alle sprechen. Es ist gut, dass man am Anfang keine Steuern bezahlen muss; das heizt die Arbeit an.
Es ist auch toll, die steuerliche Absetzbarkeit von Betreuungskosten zu verbessern. Ehrlicherweise haben wir Grüne uns dafür total eingesetzt, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern, und das ist gut.
Nur, man muss sich bei der Summe der Vorschläge sowohl von der FDP, aber auch von der CDU/CSU wirklich mal ernst in die Augen schauen. Hier wird Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, etwas verkauft, was so nicht leistbar ist.
Ich ordne das mal ein. Wir haben einen Bundeshaushalt von ungefähr 480 Milliarden Euro, und die hier vorgeschlagenen Steuersenkungen – ja, die betreffen teilweise auch die Länder- und Kommunalhaushalte – belaufen sich bei der FDP ungefähr auf bis zu 140 Milliarden Euro. Das ist ein sehr großer Batzen des Bundeshaushalts. Bei der Union belaufen sie sich auf ungefähr 100 Milliarden Euro. Das auf einmal irgendwoher nehmen zu wollen, ist einfach absolut unseriös. Ein solches unseriöses Versprechen werden Sie von uns nicht bekommen,
nur damit Sie glauben, man würde Sie nach der Wahl entlasten. Es ist aber technisch leider gar nicht möglich, so wie es FDP und CDU/CSU machen.
– Die AfD sowieso. Das ist das größte Reichenprogramm, was Sie haben können. Da werden die Vielverdienenden am allermeisten entlastet, und die Wenigverdiener müssen sogar noch draufzahlen.
Bei uns bekommen Sie zum Beispiel eine Entlastung in der Form, dass Sie Belege nicht mehr sammeln müssen. Wir werden den Werbungskostenpauschbetrag auf 1 500 Euro anheben. Dann muss ungefähr die Hälfte der Bevölkerung das nervige Belegesammeln nicht mehr machen; das ist super. Sie können dann womöglich im Jahr sogar eine dreistellige Summe an Steuern einsparen.
Wir wollen Gerechtigkeitslücken im Steuersystem schließen. Das ist wichtig. Da kommt sogar Geld rein. Wussten Sie, dass man ab 300 Wohnungen, die man besitzt, diese steuerfrei vererben kann, während jemand, der drei Wohnungen besitzt, seinen fairen Anteil für die Gesellschaft zahlt?
Wenn man ein Eigenheim vererbt, ist das steuerfrei; das ist mir ganz wichtig. Am unteren Ende gibt es gute Freibeträge; das ist wichtig. Aber das ist Unrecht. So was gehört abgeschafft.
Dasselbe gilt für den Fall, dass man über 26 Millionen Euro vererbt. Mit vernünftigen Regelungen für Betriebsvermögen kann man die absurde Regelung, dass ein solches Erbe komplett steuerbefreit ist, abschaffen und die Betriebe trotzdem retten. Auch das haben wir vor.
Plus: Wir möchten den Sparzuschuss des Staates für Sie erhöhen. Das nennt man vermögenswirksame Leistungen. Das ist sehr gut; denn die Hälfte der Bevölkerung hat gar keine Rücklagen.
Das ist in diesen wirtschaftlich ein bisschen schwierigen Zeiten nicht hinnehmbar. Und da möchten wir Sie, die Bürgerinnen und Bürger, unterstützen.
Vielen herzlichen Dank.