Zunächst einmal: Es werden alle Gewinne besteuert, auch übermäßige Krisengewinne. Das gehört zu unserer Steuerordnung dazu. Es geht nicht darum, Steuern neu zu entwickeln; die Besteuerung muss ja sowieso erfolgen. Gleichzeitig ist unser gegenwärtiges Bemühen vor allem darauf gerichtet, wie wir die übermäßige Steigerung der Energiepreise reduzieren können, weil das natürlich für viele eine Herausforderung ist, die man nicht einfach so belassen kann, wie sie ist.
Klar ist: Ein großer Teil der steigenden Preise hat etwas zu tun mit Herausforderungen, die außerhalb Europas liegen. Die großen Krisenbekämpfungsprogramme während der Coronapandemie haben dazu beigetragen, dass die Preise überall gestiegen sind, die Nachfrage nach Ressourcen und verschiedenen Produkten größer geworden ist. Auch deshalb sind die Preise gestiegen. Die großen Herausforderungen für die Logistikketten in der Welt haben ebenfalls Preissteigerungen verursacht, die sich massiv bemerkbar machen.
Ich gehe davon aus, dass die Globalisierung ein Ende nimmt im Hinblick auf die Phase, wo alles sehr billig war, weil nur ein kleiner Teil des Marktes bedient wurde von der übrigen Welt. Der Fortschritt der letzten 30, 40 Jahre bedingt auch, dass viele andere Länder der Welt so weit aufgeschlossen haben, dass sie jetzt als Nachfrager auf diesem Markt mit uns um knappe Güter konkurrieren – verbunden mit den entsprechenden Konsequenzen. All das sind ja erst mal höhere Preise ohne höhere Gewinne. Ansonsten schauen wir uns alles genau an.