Nein, da haben Sie mich, glaube ich, überinterpretiert. Ich mache hier auch kein Timmermans-Bashing. Vielmehr bringt Herr Timmermans ein berechtigtes Anliegen, was Bestäuber angeht, was das Thema Vielfalt angeht, auf den Weg; aber die Umsetzung passt so nicht, weil sie für Deutschland ein paar Parameter übersieht. Sie habe ich genannt, dazu stehe ich.
Ich würde auch nicht dazu raten, dass wir die eine Krise gegen die andere ausspielen. Wir müssen alle Krisen gleichermaßen angehen. Ich weiß, dass das eine wahnsinnige Herausforderung ist, dass es sich hier und da – wir teilen da die Einschätzung – anhört wie ein Berg, den man gar nicht abgetragen bekommt. Aber billiger ist es nicht zu haben. Die Zeit, in der wir leben, fordert von uns, dass wir zur Ernährungssicherung beitragen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Biodiversitätskrise angegangen und die Klimakrise bekämpft wird.
Mein Ratschlag wäre, dass wir da auch keinen konfrontativen Stil an den Tag legen. Wozu uns das führt, das haben wir bei Nitratrichtlinien in der Vergangenheit gesehen: Das Ergebnis war katastrophal für Deutschland.
Vertrauen Sie darauf: Mein Stil ist nicht, dass man den Gesprächspartnern im Regelfall mit dem Hintern voraus begegnet; ich begegne ihnen mit ausgestreckter Hand. So führe ich das Gespräch in Brüssel, und bis jetzt haben wir gute Sachen erreicht. Denken Sie an GLÖZ 7, GLÖZ 8. Das war ein schmerzhafter Kompromiss, auch für mich. Ich versuche, die Dinge ausgewogen, mit Maß und Mitte, zu gestalten. Aber „mit Maß und Mitte“ heißt auch, dass man Herrn Timmermans jetzt hier nicht irgendwie in den Senkel stellt.
Herr Straubinger.