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92. Sitzung
Freitag, 17. März 202320. Wahlperiode, 92. SitzungDrucksache 20/6015
33 VermerkeReaktionswert: sehr hoch1.155 Wörter Zwischenfrage Im Protokoll lesen
Rednerwechsel

Frau Präsidentin! Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wir beschließen heute die größte Wahlrechtsreform seit Jahrzehnten. Wir schaffen damit ein faires, transparentes, einfaches Wahlrecht.

– Wenn Sie so dazwischenschreien: Stellen Sie doch Zwischenfragen.

Fortschritt hat sich diese Koalition zum zentralen Thema gemacht. Fortschritt heißt: Die Politik zeigt, dass auch bei ihr selbst Reformen möglich sind. Was wir von den Bürgerinnen und Bürgern jeden Tag verlangen, das machen wir heute hier auch bei uns. Das ist ein wichtiges Signal ins Land.

Beifallbei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP

Diese Wahlrechtsreform stärkt die Legitimität des Parlaments, des Deutschen Bundestages.

Frau Mast, Sie müssen gar nicht so rumschreien! Wer schreit, der lügt!

Und ja, diese Wahlrechtsreform stärkt die Demokratie in unserem Land.

Wenn ich vom Kollegen Bartsch höre, das sei ein „Anschlag auf die Demokratie“,

Ist es auch!

vom Kollegen Dobrindt, es sei „Betrug am Wähler“,

Ja, Betrug am Wähler!

Weitere Zurufe von der CDU/CSU und der LINKEN

oder vom Kollegen Merz, der vom „Wahlrecht des betrogenen Wählers“ spricht,

Ja, richtig so!

dann frage ich Sie: Echt jetzt?

Zurufevon der CDU/CSU und der LINKEN: Ja!

Im Ernst?

Zurufevon der CDU/CSU und der LINKEN: Ja!

Und Sie wissen das!

Sie wissen selbst, dass das Unsinn ist.

– Frau Präsidentin, ich finde es ziemlich laut im Haus.

Was ist das denn für eine miese Rede, Frau Mast?

Wenn ich eins im Deutschen Bundestag gelernt habe – –

Unruhe
Beifallbei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP

Sie hat doch gefragt! Dann kriegt sie eine Antwort!

Der große Mist von der Mast!

Rednerwechsel

Aber wenn ich eins in den Jahren im Deutschen Bundestag gelernt habe,

Sie haben gelernt?

ist es, dass Lautstärke und unsachliche Zuspitzungen immer – immer! – von parteitaktischen eigenen Interessen gelenkt sind.

Beifallbei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP

Und genau das lassen wir heute nicht zu.

Zurufevon der CDU/CSU und der LINKEN

Wir als SPD-Bundestagsfraktion werden heute der strukturellen Verkleinerung des Deutschen Bundestages zustimmen.

Zurück zu den Fakten. Sebastian Hartmann hat dazu schon viel erläutert.

Aufblähung der Bundesregierung!

Endlich bekommt der Deutsche Bundestag eine feste Regelgröße von 630 Mandaten,

Zurufevon der CDU/CSU und der LINKEN

eine Größe, die bei jeder künftigen Bundestagswahl gilt. Das sind 106 Mandate weniger als heute.

Direktmandate blockieren!

Sie gelten auch für die Zukunft. Genau das ist es doch, was die Bürgerinnen und Bürger von uns erwarten, die Menschen, für die wir hier im Deutschen Bundestag sitzen, die wir repräsentieren und für die wir die Ehre haben, Gesetze zu verabschieden. Sie erwarten von uns seit Jahrzehnten eine strukturelle Verkleinerung des Bundestags bei gleichzeitiger Stärkung der Demokratie. Genau das machen wir heute.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP

Wir erwarten aber auch keine Aufblähung der Bundesregierung!

Rednerwechsel

Nein, da das schon so viele laute Zwischenrufe waren, können Sie mich gerne hinterher in einer Kurzintervention fragen.

Lachenbei Abgeordneten der AfD
Zurufder Abg. Amira Mohamed Ali [DIE LINKE]

Deshalb schaffen wir auch Ausgleichs- und Überhangmandate ab. Zudem werden wir die Grundmandatsklausel streichen. Sie ist schon heute im Wahlrecht ein Element, das weder verfassungs- noch wahlrechtlich begründbar ist.

Sind Sie Richterin?

Was erzählt sie da für einen Unsinn?

Sie war schon immer so was wie ein Steinchen im Schuh. Das haben uns übrigens auch die CDU/CSU-Sachverständigen in der Anhörung des Deutschen Bundestages genau so mit auf den Weg gegeben: dass nämlich dieses Steinchen durch die ursprünglich geplante Reform noch größer geworden wäre. Genau deshalb schaffen wir es heute ab.

Wir sind in diesem Prozess auf die Opposition zugegangen. Wir haben noch bis zu Beginn dieser Woche Gespräche geführt,

So ist es!

weil wir ernsthaft versucht haben, einen gemeinsamen Konsens hier im Hause hinzubekommen. Und an wem ist es gescheitert? An denen, an denen es seit Jahrzehnten gescheitert ist, nämlich an der CSU.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der FDP

So ist es!

Sie hatten nicht die Kraft, über die Brücke zu gehen. Auf den Fluren im Bundestag gibt es viele CDU-Kollegen, die sagen: Diese Wahlrechtsreform ist richtig. Wir finden es richtig, dass ihr das macht.

Widerspruchbei der CDU/CSU

So ein Unsinn! Das ist ja unglaublich! Das ist ja wohl wirklich nicht zu fassen! Dagegen muss man klagen!

Deshalb fordere ich alle auf: Stimmen Sie doch dieser Wahlrechtsreform zu!

Zurufevon der LINKEN

Ich bin gespannt und frage: Werden alle Abgeordneten Ihrer Fraktion die Normenkontrollklage, die von CDU und CSU schon angekündigt ist, unterschreiben?

Da werden wir genau hinschauen.

Heute, liebe Kolleginnen und Kollegen, können Sie für ein einfacheres, ein transparenteres, ein besseres, ein zukunftsfähiges Wahlrecht stimmen, das die Größe des Bundestages strukturell auf 630 Mandate festlegt. Stimmen Sie zu! Sie haben heute seit Jahrzehnten die einmalige Chance, diese wichtige Wahlrechtsreform hier zu verabschieden.

Beifallbei der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP
Zurufvon der AfD: War das eine schlechte Rede!
Zurufevon der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Oje!

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