Sehr verehrte Frau Präsidentin! Sehr verehrte Kolleginnen! Sehr geehrte Kollegen! Ein Stück weit ist das heute eine historische Haushaltsdebatte, weil zum letzten Mal – zumindest vorläufig – in der Debatte über den Haushalt des Bundesinnenministeriums auch der Haushalt des Sports mit debattiert wird.
Ich kann Ihnen, sehr geehrter Herr Bundesminister Alexander Dobrindt, sagen: Sie haben nicht nur die Zeitenwende, den Politikwechsel in der Migrationspolitik, in der Sicherheitspolitik und in der Bevölkerungsschutzpolitik eingeläutet, sondern auch in der Sportpolitik. Der Haushalt, den die Bundesregierung heute für den Sportbereich vorlegt, ist der Haushalt mit den stärksten Zuwächsen und den höchsten finanziellen Mitteln aller Zeiten, wenn man die Coronahilfen in der vorletzten Legislaturperiode herausrechnet.
Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, das ist ein großer Erfolg der neuen Bundesregierung, des Bundesministers Alexander Dobrindt, aber natürlich auch der neuen Staatsministerin Christiane Schenderlein, dank deren Wirken – sie ist seit 65 Tagen im Amt – ein neuer Wind – das kann man ganz offen so sagen – durch die deutsche Sportpolitik weht; und das ist erfreulich.
Die Überschrift des Kapitels für den Sport im Koalitionsvertrag lautet: „Sport soll Spaß und Lust auf Leistung machen.“ Ich bin der festen Überzeugung: Der Haushaltsentwurf für den Sportetat wird diesem Anspruch auch vollumfänglich gerecht.
Was auch sehr wichtig ist: Im Kapitel für den Sport im Koalitionsvertrag ist die Rede von einem Paradigmenwechsel, und dieser Paradigmenwechsel in der Sportpolitik wird durch die Höhe des Etats eingeläutet. Er steigt auf über 331 Millionen Euro. Das ist eine Steigerung um knapp 50 Millionen Euro. Das ist ein großer Erfolg.
Wohin fließen diese zusätzlichen Mittel? Gerade in die Bereiche, die für uns von entscheidender Wichtigkeit sind:
Erstens. Die Trainerinnen und Trainer sollen besser bezahlt werden. Wenn wir in Deutschland gerade im Sommersport wieder Anschluss an andere westliche Nationen wie Italien, Frankreich, Japan, die Niederlande finden wollen, dann müssen wir die besten Trainerinnen und Trainer in Deutschland halten und dürfen nicht riskieren, dass sie Deutschland des Geldes wegen verlassen, weil im Ausland besser bezahlt wird.
Diese Traineroffensive muss einer der Schwerpunkte der Sportpolitik der neuen Bundesregierung sein.
Zweiter Schwerpunkt. Wir brauchen Sportstätten in Deutschland, die adäquat, modern und angemessen sind. Wir müssen auch mehr in die Trainingsstätten, in die Sportstätten investieren. Das trifft einerseits auf die Sportstätten zu, die dem Spitzensport dienen, das trifft aber andererseits auch auf die Sportstätten zu, die dem Breitensport dienen.
Und was ich auch sagen möchte – das trifft zwar nicht auf den Haushalt 2025 zu, aber auf die mittelfristige Finanzplanung für die kommenden vier Jahre –: Der Aufwuchs, der in diesem Jahr vorgenommen wird, wird perpetuiert. Der Sporthaushalt wird auch in den kommenden vier Jahren jeweils um 100 Millionen Euro steigen. Auch das ist eine außerordentlich positive Botschaft für den Sport in Deutschland.
Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie mich noch einen Bereich ansprechen, der gerade in den kommenden Monaten von großer öffentlicher Aufmerksamkeit geprägt sein wird, und das ist die hoffentlich erneut stattfindende Bewerbung Deutschlands für Olympische und Paralympische Spiele. Ich sage ganz offen: Als Sportpolitiker wäre es mein größter Wunsch, dass Deutschland wieder Austragungsort von Olympischen und Paralympischen Spielen sein darf.
Es gibt jetzt vier Konzepte; diese liegen auf dem Tisch. Alle Konzepte sind sehr gut, an der einen oder anderen Stelle vielleicht noch ein bisschen verbesserungsfähig. Aber alle vier Konzepte, ob aus der Rhein-Ruhr-Region, aus Berlin, aus Hamburg oder aus München, sind aus meiner Sicht tragfähig für die Durchführung von Olympischen und Paralympischen Spielen.
Und da komme ich wieder zu uns: Es geht jetzt darum, dass wir auch als Bundespolitik – sowohl als Bundesregierung als auch als Bundestag – ein positives Signal setzen. Am 26. Oktober findet in München die Abstimmung statt. Es werden weitere Bürgerentscheide in den anderen drei Regionen bzw. Städten folgen. Ich bin der festen Überzeugung – das sage ich jetzt abschließend –: Wir werden die Bürgerinnen und Bürger, egal wo, nur dann davon überzeugen, –
– dass Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland Sinn machen, –
– wenn die Bundesregierung sich klar zu diesen Spielen bekennt.
Darum bitte ich ganz herzlich.