Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen! „Ich erkläre die Spiele für eröffnet!“: Ich bin der festen Überzeugung, dass Millionen von Menschen in Deutschland, aber auch weit darüber hinaus diesen Satz unheimlich gerne in einigen Jahren anlässlich der Eröffnung der Olympischen und der Paralympischen Spiele in unserem Land hören würden.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, es ist mittlerweile 53 Jahre her, mehr als ein halbes Menschenleben, dass Deutschland das letzte Mal Austragungsort von Olympischen Sommerspielen – 1972 in München – war. Mir persönlich geht es so: Wenn ich in Südbayern unterwegs bin und ältere oder älter werdende Menschen treffe, werde ich immer wieder auf dieses Ereignis angesprochen. Viele hatten damals ein Mal die Gelegenheit, Zuschauer im Olympiastadion zu sein, die Leichtathletikwettbewerbe zu sehen, in der Olympiahalle die Schwimmwettbewerbe mitverfolgen zu können. Das sind Erlebnisse – auch wenn sie nur einen Tag betreffen –, die viele Menschen ihr Leben lang nicht losgelassen haben und begleiten.
Was ist seitdem passiert? Deutschland hat sich siebenmal erfolglos um Olympische Spiele – Sommer- und Winterspiele – beworben. Aus unterschiedlichen Gründen sind all diese Bewerbungen gescheitert. Deutschland ist das einzige G7-Land, das in den letzten 50 Jahren nicht Austragungsort von Olympischen und Paralympischen Spielen war. Ich bin der festen Überzeugung: Es wird höchste Zeit für eine erneute Bewerbung.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich bin auch der festen Überzeugung: Olympische Sommerspiele und Paralympische Sommerspiele in Deutschland wären nicht nur großartige Ereignisse für ein paar Tausend Athletinnen und Athleten, für Funktionäre, für Politiker, sondern böten auch in vielfältiger Hinsicht die herausragende Möglichkeit, unser Land wieder zusammenzuführen. Ich sage ganz offen: Gerade in einer Zeit, in der unsere Gesellschaft immer weiter auseinanderdiffundiert, in der die Polarisierung – leider teilweise auch die Radikalisierung – in unserer Gesellschaft immer mehr zunimmt, könnte die Austragung solcher Ereignisse – Olympische und Paralympische Spiele – in besonderer Weise mit dazu beitragen, unser Land wieder zusammenzuführen und die Bevölkerung hinter diesem Ereignis zu vereinen. Und ich bin auch der Überzeugung – und ich glaube, das haben gerade auch die Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris im letzten Jahr sehr eindrucksvoll bewiesen –, dass die Olympischen und Paralympischen Spiele nichts von ihrer Faszination verloren haben. Ganz im Gegenteil!
Ich glaube, es steht unserem Land auch gut zu Gesicht, dass wir uns als gastfreundliches, weltoffenes Land präsentieren und damit auch dem IOC ein Angebot machen. Ich glaube, gerade weil in der letzten Vergangenheit auch autoritäre Staaten bzw. sogar Diktaturen Austragungsorte von Olympischen und Paralympischen Spielen waren, wäre es auch ein Angebot an das IOC, dass mit Deutschland ein demokratisches, ein rechtsstaatliches, ein weltoffenes und gastfreundliches Land wieder Gastgeber von Olympischen und Paralympischen Spielen wird.
Wir haben vier Konzepte, die auf dem Tisch liegen. Bis zum 26. September nächsten Jahres läuft der Prozess, und dann wird in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds entschieden, mit welchem Konzept, mit welcher Stadt wir uns bewerben. Ich sage ganz offen: Egal ob es München, ob es Köln, ob es Hamburg oder ob es Berlin wird – in jeder dieser Städte und Regionen können Olympische und Paralympische Spiele ausgetragen werden.
Was aus meiner Sicht sehr wichtig ist: dass wir die Bevölkerung davon überzeugen, dass Olympische und Paralympische Spiele einen Mehrwert für uns alle, für die Gesellschaft, bringen, was die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur anbelangt, was insbesondere die Stärkung des Behindertensports anbelangt.
Deswegen sind mir auch die Paralympischen Spiele in diesem Kontext so wichtig. Was die Themen „Barrierefreiheit“ und „Inklusion von Menschen mit Behinderung in den Sport und in unsere Gesellschaft“ anbelangt, sind Paralympische Spiele mittlerweile unverzichtbar und ein ganz enger Partner der Olympischen Spiele.
Was aus meiner Sicht auch sehr wichtig ist: dass wir die Bevölkerung davon überzeugen, dass es auch insgesamt ein Mehrwert für unsere gesamte Gesellschaft ist, sich für Olympische und Paralympische Spiele zu bewerben. Ich bin der Münchner Bevölkerung sehr dankbar, dass vor etwas mehr als einem Monat ein klares Votum gegeben wurde. Zwei Drittel der Münchnerinnen und Münchner haben sich bei einer beeindruckenden Wahlbeteiligung von 42 Prozent für eine Bewerbung ausgesprochen. Das ist ein klares Signal.
Das gibt der olympischen Bewegung in Deutschland insgesamt Rückenwind.
Und ich bin der Überzeugung: Deutschland kann Olympische Spiele, Deutschland kann Sportgroßveranstaltungen. Gestern hat uns die UEFA den Zuschlag für die Fußball-EM der Frauen 2029 gegeben. Das ist auch ein schönes Ereignis.
Deshalb: Lasst uns hier im Deutschen Bundestag ein großes Zeichen der Geschlossenheit senden, –
Sie müssen zum Ende kommen, bitte.
– wenn es darum geht, dass sich Deutschland endlich wieder einmal erfolgreich um Olympische und Paralympische Spiele bewirbt!
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.
Vielen Dank. – Der nächste Redner ist Jörn König für die AfD-Fraktion.