Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen! Deutschland ist ein sportbegeistertes Land, und Deutschland ist im Leistungssport auch ein sehr erfolgreiches Land. Wenn ich nur die letzten Wochen und Monate Revue passieren lasse: Ob bei der Leichtathletik-WM, bei der Basketball-EM, bei der Schwimm-WM, bei der Universiade, bei den World Games, bei der Hockey-EM, überall haben deutsche Athletinnen und Athleten hervorragende Leistungen erreicht. Dafür gilt ihnen auch an dieser Stelle großer Dank. Gratulation!
Sehr geehrter Herr Kollege Görke, Sie haben hier einen Abgesang auf den deutschen Spitzensport vorgenommen.
Ich würde das ja noch verstehen und auch leicht hinnehmen, wenn Sie dies nur tun, um sich hier auf unsere Kosten leicht zu profilieren. Ich sage ganz offen: Ich finde es deshalb so schade, dass Sie hier vollkommen unzutreffend den deutschen Spitzensport in eine Krise geredet haben, in der er sich nicht befindet, weil Sie damit den Sportlerinnen und Sportlern unrecht tun.
Sie erkennen nicht an, dass Leo Neugebauer am letzten Sonntag in einem Herzschlagfinale den Weltmeistertitel im Zehnkampf erreicht hat.
Sie kritisieren damit Sportlerinnen und Sportler, die ihr Bestes geben – für uns, für sich und für unser Land.
Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, wir als Bund und vor allem die Bundesregierung tun das Ihrige dazu, um dem Spitzensport in Deutschland weiter zum Vorschub zu verhelfen. Die Bundesregierung legt heute einen Rekordsporthaushalt vor, der auf rund 346 Millionen Euro steigt. Das ist der höchste Mittelansatz, den der Sporthaushalt jemals gehabt hat. Das ist etwas, was sich, glaube ich, wirklich sehen lassen kann. Ich möchte hier, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, ausdrücklich auch der Staatsministerin Christiane Schenderlein für ihr großartiges Engagement danken. Es ist nicht zuletzt Frau Schenderlein zu verdanken, dass der Mittelansatz so hoch ist.
Herr Görke, ich weise nicht nur Ihre Pauschalkritik am deutschen Spitzensport zurück.
Ich möchte auch Ihre Behauptung zurückweisen, es gebe in diesem Haushaltsentwurf weniger Geld für die Trainer,
weniger Geld für das Leistungssportpersonal.
Das stimmt nicht. Es gibt eine Erhöhung von genau 55,3 Millionen auf 57,5 Millionen Euro. Das ist keine Senkung, das ist eine Steigerung.
Und da sieht man wieder, wie hier Politik gemacht wird: einfach falsche Tatsachen behaupten. Ich bin mir sicher, mein nachfolgender Redner, der Kollege König, wird hier gleichermaßen wieder einen Abgesang auf den deutschen Spitzensport vornehmen.
Das ist nicht zutreffend.
Wir müssen besser werden. Um es klar zu sagen: Ich bin auch noch nicht zufrieden mit dem Status quo. Ich bin auch noch nicht ganz zufrieden mit dem Status quo, was den Haushaltsentwurf anbelangt. Aber so zu tun, als sei der Spitzensport in Deutschland und damit der Sport insgesamt in einer fundamentalen Krise, ist nicht richtig; das ist einfach nicht zutreffend.
Ich möchte, meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, weil es häufig übersehen wird im Sporthaushalt, einen Einzeltitel hervorheben, dessen Steigerung mir persönlich sehr wichtig ist, und zwar den für Makkabi Deutschland. Es gibt eine Erhöhung des Titels von 500 000 Euro auf 811 000 Euro, und es werden zusätzlich 500 000 Euro zur Verfügung gestellt für die Entsendekosten zu den World Maccabiah Games im kommenden Jahr in Tel Aviv, die in diesem Jahr aus bekannten Gründen ausgefallen sind. Das ist wirklich ein Ansatz, der sehr sinnstiftend ist. Makkabi Deutschland vertritt Vereine – ganz interessant –, in denen sich mehr Mitglieder mit christlicher Konfession oder mit arabischen Wurzeln als jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger befinden. Makkabi ist ein gelebtes Beispiel für ein Miteinander der Konfessionen und für gelebte Integration in Deutschland.
Und deshalb: Ein herzliches Dankeschön auch an die Adresse der Bundesregierung für die Erhöhung dieses Mittelansatzes!
Ich habe jetzt noch nichts zur Sportmilliarde gesagt. Die Sportmilliarde ist natürlich auch ein wichtiger Beitrag dazu, dass wir die marode Sportinfrastruktur in Deutschland wieder ertüchtigen. Natürlich wäre es schön, wenn diese Milliarde jährlich käme.
Aber ich glaube, schon allein dadurch, dass sie jetzt für drei Jahre in Aussicht gestellt wird
– sie wird nicht nur in Aussicht gestellt, sondern sie kommt auch –, setzen wir als Bund und als Bundespolitiker ein klares Signal, dass es uns nicht egal ist, dass zu viele Turnhallen in Deutschland marode sind, dass zu viele Hallenbäder und Freibäder nicht betrieben werden können. Wir als Bund leisten mit dieser Sportmilliarde unseren Beitrag, um Sportdeutschland und die Sportinfrastruktur wieder in Ordnung zu bringen.
Meine sehr verehrten Kolleginnen und Kollegen, ein ganz wichtiges Projekt ist auch Inhalt dieses Sporthaushaltes: die Bewerbung Deutschlands für Olympische und – wohlgemerkt – Paralympische Spiele. Ich halte das für richtig. Wir hatten in der letzten Sitzungswoche im Sportausschuss alle vier Bewerber zu Gast. Sie haben sich vorgestellt und ihre Konzepte präsentiert. Ich bin der festen Überzeugung: Deutschland kann Olympische und Paralympische Spiele, und in all diesen vier Regionen bzw. Städten können Olympische und Paralympische Spiele durchgeführt werden.
Ich halte es für richtig, dass wir auch als Bund hier ein klares Signal setzen. Es ist am Ende nicht nur eine Aufgabe von Hamburg, von München, von Berlin oder von der Rhein-Ruhr-Region, Olympische und Paralympische Spiele durchzuführen, sondern das ist eine nationale Aufgabe. Und warum ist es eine nationale Aufgabe? Neben dem Umstand, dass 15 000 Spitzenathleten und ein paar Tausend Funktionäre, IOC-Mitglieder, Politiker bei Olympischen Spielen dabei sein werden, steckt in der Durchführung Olympischer und Paralympischer Spiele aus meiner Sicht eine enorme Chance für Deutschland, wieder zusammenzukommen, ein modernes Lagerfeuer zu entzünden,
zu den Themen Integration und Inklusion einen wichtigen Beitrag zu leisten und auch den sozialen Zusammenhalt in unserem Land wieder zu stärken. Deshalb hoffe ich abschließend, dass bei der ersten Abstimmung für oder gegen Olympische und Paralympische Spiele am 26. Oktober 2025 in München die Mehrheit der Münchnerinnen und Münchner ein klares Votum für Olympische und Paralympische Spiele in München –
Herr Abgeordneter.
– und damit in Deutschland abgibt.
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.
Für die AfD-Fraktion darf ich Jörn König das Wort erteilen.