Vielen Dank, Herr Präsident. – Meine Damen und Herren! Als letzter Redner in dieser Debatte muss ich doch auf ein paar Dinge eingehen, die hier gesagt wurden. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Aber ich bin immer wieder erstaunt, wie unterschiedlich man auf die Energiewende schauen kann. Es ist immer wieder angemerkt worden, wie hoch die Kosten für die Energiewende sind. 5,4 Billionen Euro, das ist eine ganz schöne Summe. Sie vergessen dabei aber eins, meine Damen und Herren: Die Kosten eines ungebremsten Klimawandels,
die Kosten eines ungebremsten Temperaturanstiegs wären um ein Vielfaches höher als die,
die bis Ende der 40er-Jahre gerade im Raum stehen. Diese Kosten müssen Sie bitte miteinbeziehen. Diese Schäden wollen wir mit der Energiewende verhindern, meine Damen und Herren.
Für uns ist die Energiewende ein Erfolg. Für uns ist klar: Die Wertschöpfung aus Wind und Sonne muss vor allen Dingen vor Ort bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Das ist für uns auch eine Frage von Gerechtigkeit. Wer die Lasten trägt, soll am Ende auch vom Erfolg profitieren. Wer an der Energiewende beteiligt ist und wer vor Ort von ihr profitiert, wird sie auch unterstützen. Das heißt: Die Elemente, die wir jetzt durch Energy Sharing einführen, sind ganz wesentlich für die Akzeptanz vor Ort und damit auch für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Das heißt: Das vorliegende Gesetzespaket ist ein weiterer Meilenstein für das Gelingen der Energiewende, meine Damen und Herren.
Wir ergänzen die bestehenden Modelle. Mit dem Mieterstrom haben wir bereits die Energieversorgung innerhalb eines Hauses möglich gemacht. Mit der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung gibt es die gemeinschaftliche Energieversorgung im Quartier. Wir weiten diese Modelle jetzt aus auf das öffentliche Netz: in einem ersten Schritt ab 2026 für das örtliche Verteilnetz und ab 2028 darüber hinaus auf weitere benachbarte Verteilnetze. Energy Sharing bedeutet: unbürokratisch gemeinsam Energie nutzen und unbürokratisch gemeinsam an der Energiewende teilhaben und davon profitieren. Diesen Schritt gehen wir jetzt.
Dabei hat Energy Sharing auch positive Auswirkungen auf das Stromnetz insgesamt. Es trägt zur Netzentlastung bei. Es vermindert mögliche Kosten durch Investitionen in die Übertragungsnetze. Es trägt zur Flexibilisierung bei. Es reizt den Ausbau der Speicherkapazitäten weiter an. All das zahlt ein. Laut einer Kostenschätzung könnte durch weitere Flexibilisierung 1 Milliarde Euro pro Jahr an Stromkosten eingespart werden. Das alles lohnt sich.
Wir sorgen für Beteiligung, wir sorgen für Akzeptanz mit diesem Gesetzespaket. Ich freue mich auf die Beratungen.
Vielen Dank.