Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Kulturstaatsminister! Meine Damen und Herren! In der vergangenen Sitzung des Kulturausschusses erzählte der Kollege Gysi eine Anekdote: Auf seine Frage, warum Kulturpolitik so wenig Bedeutung zukäme, antwortete ihm ein früherer Abgeordneter, dass die Kassiererin nicht ins Theater gehe, sich nicht für Kulturpolitik interessiere.
Doch die Gründe liegen tiefer. Die Kassiererin lehnt Kunst und Kultur nicht ab, sie lehnt Ihr Kulturverständnis ab. Die Kassiererin möchte keine Ausstellung der selbsternannten Blacktress und Drag-Terroristin Vaginal Davis im Martin-Gropius-Bau besuchen, wo unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit Fetische präsentiert werden.
Sie möchte eben keinen Riesenpenis in einem rosa Plüschbett begutachten, wie ich es in der vergangenen Woche im Gropius-Bau tat.
Und noch viel wichtiger: Sie möchte diese Abstrusität nicht mit ihrem hart erarbeiteten Steuergeld finanzieren –
über 56 Millionen Euro für die Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH, über 56 Millionen Euro für rosa Riesenpenisse und Jan Böhmermann im Haus der Kulturen der Welt. Unsere Kassiererin hat kein Verständnis dafür, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine madonnenähnliche Darstellung von Conchita Wurst ankauft.
Für diese 8 000 Euro würde unsere Kassiererin gerne einmal mit ihrer ganzen Familie in den Urlaub fahren.
Kopfschütteln würde auch der Ankauf von Salvatore-Ferragamo-Damenschuhen der Transjournalistin Georgine Kellermann bei unserer Kassiererin auslösen. Frau Kellermann hat unstreitig einen guten Schuhgeschmack; aber warum findet dieser Raum als Exponat im Haus der Geschichte in Bonn? Belanglosigkeiten ersetzen die Geschichte unserer Ahnen.
Unsere Kassiererin geht gerne ins Museum. Vielleicht fürchtet sie inzwischen den abendlichen Weg dorthin; denn die Realität in unserem Land sieht folgendermaßen aus:
Vor dem Museum wird man abgestochen, und im Museum erfährt man, warum diese Tat lediglich Ausdruck der Verarbeitung kolonialer Verbrechen durch junge Migranten ist.
Den Postkolonialismus als neues linkes Schuldnarrativ lässt man die Kassiererin 2 Millionen Euro im 2025er-Haushalt kosten. Man schämt sich nicht einmal, in unseren Museen zu lügen. Weiße beendeten nämlich die innerafrikanische Sklaverei, die der senegalesische Historiker Tidiane N’Diaye als verschleierten Genozid durch Afrikaner an Afrikanern bezeichnete.
Das sind 2 Millionen Euro, die dem Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen fehlen. Unsere Kassiererin würde ihren Kindern gerne einmal die Geschichte ihrer Vorfahren näherbringen.
Mal ehrlich: Während die Linken offen das Gedenken an die ehemaligen deutschen Ostgebiete aus dem kollektiven Gedächtnis unseres Volkes löschen wollen, heucheln die CDU/CSU-Bundestagsfraktion und CDU-Landesregierung in NRW lediglich einen vorgetäuschten Rettungswillen gegenüber dem Museum vor.
Herr Staatsminister Dr. Weimer, wissen Sie, was FLINTA*s sind? Unsere Kassiererin weiß das auch nicht. Sie muss aber 100 000 Euro für die Förderung von FLINTA*s in der Musikbranche blechen.
Verstehen wir uns nicht falsch: Auch wir stehen zur Kunstfreiheit.
Sie ist eben die kleine Schwester der in Deutschland durch Sie geschundenen Meinungsfreiheit. Wir wollen kein staatliches Kunstrichtertum; aber es ist verfassungsrechtlich legitim, wenn der Staat in seiner Förderungspolitik das qualitative Werturteil trifft: Was ist Kultur, und was ist nicht Kultur?
Unsere Kassiererin hat diese Entscheidung längst getroffen, beim Museumsgang, beim Theatergang – und auch an der Wahlurne. Den linken Erbhöfen der Kunst- und Kulturszene droht die demokratische Konterrevolution, angeführt von unserer Kassiererin.
Vielen Dank.
Vielen Dank. – Die nächste Rede hält Martin Rabanus für die SPD.