Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Lieber Herr Kollege, Sie haben ja so schlechte Laune, ich würde Ihnen empfehlen, ein bisschen mehr Sport zu machen. Das macht bessere Laune,
und dann sieht man das Ganze vielleicht nicht ganz so verkrampft.
Ich will nicht negieren – ich komme auch gleich darauf –, dass manche Dinge nicht richtig laufen. Die Art, wie Sie unser Land schildern, wie Sie es insgesamt als AfD immer schildern, zeigt, dass Sie nicht wahrnehmen, was in unserem Land tatsächlich los ist. Deutschland ist ein Sportland, und das werden wir auch bleiben, meine Damen und Herren.
Dass der Sport für diese Koalition ein wichtiger Punkt ist, sehen Sie daran, dass wir eine Staatsministerin für Sport und Ehrenamt haben. Wir haben den Sport in das Bundeskanzleramt geholt, um deutlich zu machen, wie wichtig der Sport ist, und das ist nicht nur ein Symbol, sondern zeigt auch Wirkung.
Wir haben gestern an dieser Stelle das Steueränderungsgesetz 2025 besprochen, wo wir ein großes Gemeinnützigkeitspaket drin haben,
mit dem wir das Ehrenamt im Sport fördern werden. Wir werden weiterhin – das haben wir gestern auch im Ausschuss für Sport und Ehrenamt gemacht – den Haushalt 2026 beraten. Wir sehen, dass wir einen Rekordhaushalt für den Sport haben. Das heißt, diese Sportstaatsministerin wirkt schon, und darum herzlichen Dank, Frau Staatsministerin, für Ihr Engagement!
Deutschland ist – das habe ich gesagt – nach wie vor Sportland, und die Sportstätten sind eine wichtige Grundlage dafür. Wir sind Sportland; wir haben allein 86 000 Vereine, die im DOSB organisiert sind und in denen 28 Millionen Menschen Mitglied sind. Aber wir haben auch einen Großteil vereinsungebundenen Sport, den wir nicht ganz vergessen dürfen, wenn wir über Sportstätten reden.
Denn auch diese Menschen, die leider keinem Sportverein angehören, wollen sich ertüchtigen, und das ist für die Gesundheit auch wichtig; auch sie müssen wir im Blick haben.
Wenn wir über Sportstätten reden: Wir haben 231 000 Sportstätten in Deutschland und 370 000 Kilometer Sportstätten in Linienform – das habe ich auch neu gelernt –;
das sind Reitwege, das sind Joggingwege,
also von daher auch sehr umfassend. Diese Sportstätten bilden eine wichtige Grundlage für den Breitensport, für den Spitzensport, aber auch – das sollten wir nicht vergessen – für den Schulsport. Neben der Ressource Mensch, die im Sport natürlich wichtig ist – mit wem will man sich sonst messen? –, sind die Sportstätten also eine wichtige Ressource, die wir auch fördern müssen.
Wir wissen auch: Zwei Drittel der Sportstätten sind in kommunaler Hand, ein Drittel sind vereinseigene Sportstätten. Wir sehen natürlich, dass viele Sportstätten in die Jahre gekommen sind. Die meisten Sportstätten, jedenfalls im Westen unseres Landes, sind in den 60er-, 70er-Jahren, als es den Goldenen Plan gab, entstanden, und seitdem ist nicht so viel passiert. Damals hat man energetisch noch ein wenig anders gebaut, sodass wir auch hier energetische Sanierungen vornehmen müssen. Wenn man sich die Umfragen des Deutschen Städtetages ansieht, dann sieht man, dass ungefähr 40 Prozent der Sportstätten in Deutschland sanierungsbedürftig sind.
Was den Bedarf an Mitteln angeht, weisen die Schätzungen eine gewisse Breite auf. Nach dem KfW-Kommunalpanel liegt er eher unter 10 Milliarden Euro. Der DOSB hat das hochgerechnet und kommt auf 31 Milliarden Euro. Keiner kommt übrigens auf 40 Milliarden Euro. Von daher gibt es eine finanzielle Herausforderung; es gibt in diesem Bereich – und das leugnen wir auch gar nicht – viel zu tun.
Ich will aber auch eines sagen: Wir können hier im Bund vieles regeln, wir müssen aber nicht alles regeln; denn für diese Sportstätten sind im Wesentlichen die Länder und die Kommunen verantwortlich. Sie haben zu Recht darauf hingewiesen – da will ich Ihnen auch gar nicht widersprechen; ich bin nämlich selber Kommunalpolitiker –, dass die kommunalen Haushalte teilweise am Ächzen sind. Das ist aber ein anderes Thema; dem werden wir uns auch widmen müssen.
Wichtig ist vielleicht auch die Frage, ob es – aber das ist mehr eine Sache, die sich an die Kommunalaufsicht richtet – tatsächlich richtig sein kann, dass Sportförderung eine freiwillige Leistung ist, und das nicht anders zu beurteilen ist. Sei’s drum! Von daher: Die Verantwortung liegt eigentlich bei den Ländern und den Kommunen. Wir sehen aber auch – und das haben alle Regierungen vorher auch schon so gesehen –, dass man die Verantwortung nicht allein bei den Ländern und Kommunen abladen kann, sondern dass der Bund das ergänzen muss. Das haben wir in der Vergangenheit gemacht, meine Damen und Herren, und das werden wir auch in der Zukunft tun.
Ich möchte nur zwei Dinge aus den Zeiten der letzten Großen Koalition und davor erwähnen: Wir hatten das Programm für Sport, Jugend und Kultur mit 1,5 Milliarden Euro
und den Investitionspakt Sportstätten mit fast 400 Millionen Euro. Das ist dann zur Zeit der Ampel leider eingestellt worden; aber wir machen jetzt hier einen neuen Ansatz. Und das ist das Entscheidende: Wir haben im Koalitionsvertrag versprochen, dass die Sportmilliarde kommt, und, meine Damen und Herren, die Sportmilliarde ist da und ein klares Signal für den Sport.
Während Sie hier nur herummäkeln,
hat der DOSB gesagt: Das ist Rückenwind für den Sport in Deutschland. – Wir finden eine große Unterstützung. Ich hatte heute Morgen ein sehr gutes Gespräch mit dem Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes. Er sagt: Das geht genau in die richtige Richtung; 1 Milliarde Euro für den Sport.
Das ist ein Signal: realistische Politik. Wir wollen kein Freibier für alle – 40 Milliarden Euro – ohne jede Gegenfinanzierung. Was Sie hier fordern, ist unsolide.
Herr Abgeordneter, langsam kommen Sie ins Sportziel.
Oh, da gab es eine Auswechslung.
Herr Präsident, ich komme zum Ende: Vielen Dank.
Für Bündnis 90/Die Grünen darf ich Tina Winklmann aufrufen.