Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebes Sportdeutschland! Wer heute eine Turnhalle oder ein Schwimmbad betritt, sieht vielerorts: Heizungen veraltet, Schwimmbecken gesperrt, Fußboden wellig; Barrierefreiheit wird oftmals gesucht. Das ist die Realität in unseren Städten und Gemeinden, und das wissen nicht nur die Sportvereine und Kommunen, das wissen schon lange auch wir. Deswegen sagen wir: Ja, wir brauchen Investitionen in unsere Sportstätten, und zwar dringend und bedarfsgerecht.
Sportstätten sind Teil der Daseinsvorsorge. Sie sind Treffpunkte für die Nachbarschaft, Lernorte für Kinder, Begegnungsstätten der Kulturen, Räume für Inklusion und Ehrenamt, Bewegung, Mobilität bis ins hohe Alter. Wer in die Zukunft des Sports investiert, investiert in den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Während die AfD mit großspurigen Milliardenforderungen um sich wirft, ohne ein tragfähiges Konzept vorzulegen, setzen wir auf konkrete Politik. Also, ich hatte mich eh gewundert: Warum nur 40 Milliarden Euro? Warum nicht gleich 400 Milliarden Euro?
Denn eine Gegenfinanzierung sehen wir gar nicht, und auch die Komplexität und den Bedarf an verschiedenen Begegnungsstätten in diesem Land stellen Sie nicht dar. Sie fordern 10 Prozent Beteiligung der Länder, 90 Prozent Beteiligung des Bundes. Da sage ich: Auch die Länder müssen ihren Aufgaben nachkommen, müssen Verantwortung übernehmen für die Sportstätten in diesem Land. Mit 10 Prozent ist es nicht getan. Aber es ist auch klar: Es gibt schon einige Länder, die viele Programme wirklich am Laufen haben.
Und benennen wir doch, was der Sport ist, was in den Sportanlagen wirklich praktiziert wird in diesem Land: Es ist die Demokratie, es ist das Miteinander, es ist die Vielfalt der Gesellschaft, die sich hier widerspiegeln muss und auch tut.
Wo wird denn Integration gelebt, Inklusion gelebt? Wo werden aktiv Programme umgesetzt und gelebt, wenn es um den Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus, Rechtsextremismus, Queerfeindlichkeit, Ausgrenzung in der Gesellschaft geht? Das ist im Breiten- und im Leistungssport.
Sie schieben die Verantwortung hin und her; Sie missbrauchen auch das Thema, um Stimmung zu machen. Das ist absolut nicht richtig. Wir dagegen stärken den Sport, weil er verbindet – Generationen, Kulturen, Menschen mit und ohne Handicap. Sport steht für Fair Play, Vielfalt, ein Miteinander und Leistung – also für genau das Gegenteil von dem, wofür die AfD steht.
Als Regierungspartner in der letzten Regierung haben wir gezeigt, dass Sanierung gelingen kann. Mit dem SJK-Programm
sind bereits Hunderte Bäder und Hallen erneuert worden. Und wir haben dafür gesorgt, dass die Sportförderung erstmals systematisch mit Klimaschutz und Energieeffizienz verbunden wird. Das bedeutet: Dächer werden gedämmt, Heizungen modernisiert, Photovoltaik wird installiert. So sparen Städte, Gemeinden und Vereine langfristig Energiekosten. Sporteinrichtungen können so langfristig finanziert werden, und gleichzeitig bekommen Sportlerinnen und Sportler endlich wieder Orte, die fit für die Zukunft sind.
Die neue Regierung und die neue Bauministerin, Frau Hubertz, müssen sich daran messen lassen, und wir werden genau hinschauen, wo diese sogenannte Sportmilliarde, die keine ist,
wirklich hinfließt und ob am Ende wirklich Vereine und Kommunen etwas davon bekommen, die es am dringendsten brauchen. Bisher ist es nur eine Plakette, nur ein Etikett.
Darum sage ich: Ja, wir brauchen mehr Investitionen in Sportstätten. Wir brauchen sie mit Verantwortung, mit klarem Plan und mit Blick auf das, was den Vereinen und Kommunen sowie dem Sport hilft. Nur so wird der Sport zukunftsfest, und nur so können wir uns aufstellen für das, was dieses Land vorhat; das sind große Sportveranstaltungen, das ist, Spiele wieder zu uns zu holen. Dafür brauchen wir Sportstätten, aber nicht einen Antrag aus Luftschlössern.
Danke schön.
Für die SPD-Fraktion darf ich aufrufen: Bettina Lugk.