Danke, Herr Präsident. – Zunächst wünsche ich Ihnen, Herr Wadephul, auch wenn Sie gerade den Raum verlassen, eine gute Hand für unser Deutschland, das sich in politisch gemachter Not befindet. Speziell die Lebenslügen der EU wirken sich immer fataler aus: Die EU ist ein föderaler Staatenbund. Sie geriert sich aber immer stärker als Staat. Beenden Sie das verfassungswidrige Ziel einer strategischen EU-Souveränität, was leider ernsthaft im Koalitionsvertrag steht!
Souveränität ist – entgegen dem, was wir gerade gehört haben – staatsrechtlich national definiert und unteilbar.
Das Gemeinsame Europäische Asylsystem der EU ist eine dysfunktionale Sackgasse. EU-ropäische Asylpolitik hat noch nie funktioniert, und sie wird auch nicht funktionieren.
Wir sehen das ja ganz aktuell in Ihrer Koalition am Streit um die Rechte der Bundespolizei. Und die theoretisch sogar sinnvolle Dublin-Verordnung der EU scheitert seit vielen Jahren an den EU-ropäischen Realitäten. Herr Minister Wadephul, setzen Sie deutsche Interessen durch, damit wir nach zehn Jahren der Anarchie endlich wieder legale Zustände an unseren Grenzen herstellen können.
Auch der Finanzplan der EU läuft in eine völlig falsche Richtung: Aufrüstungsprogramme und CO2-Planwirtschaft werden immer teurer. Immer mehr soll auf Pump über Gemeinschaftsschulden finanziert werden – alles zulasten und auf Haftung vor allem der deutschen Steuerzahler. Die EU darf nicht noch mehr Geld vom deutschen Steuerzahler fordern; aber genau das wird sie tun.
Die EU darf auch keine eigenen Steuern erheben. Die EU-Verträge verbieten es, und doch wird es faktisch bereits gemacht. Beenden Sie die absurden EU-Erweiterungspläne um niemals beitrittsfähige Staaten wie Moldau, Bosnien-Herzegowina oder das Kosovo – alle am Rande des Bürgerkriegs. Wenn im Koalitionsvertrag steht, Erweiterungen hätten „hohe transformative Kraft“, dann zeigt das nur die gefährliche Einmischungshybris einer objektiv schon lange nicht mehr aufnahmefähigen EU.
Und nun auch noch die Ukraine. Die erfüllt kein einziges einschlägiges Kopenhagener Kriterium für einen EU-Beitritt. Diese Vertragsvorgaben zu Beitritten sind aber nun schon seit 30 Jahren geltendes EU-Grundrecht. Trotzdem hat sich der Minister schon am zweiten Tag im Amt für den EU-Beitritt der Ukraine ausgesprochen. Ich fordere ihn auf: Kehren Sie zurück zum Recht!
Eine Armee unter EU-Kommando lehnt die AfD ab. Ebenso weitere Gemeinschaftsschulden für Rüstungsprogramme wie „ReArm Europe“ über absurde 800 Milliarden Euro. Und nein: Wer gegen Schulden dafür ist, ist nicht für russische Panzer in Deutschland. Das ist eine perfide Argumentation, die jeden kritischen Haushälter zum Vaterlandsverräter stempelt.
Machen Sie sich nicht Ost und West zugleich zum Feind. Investieren Sie in Diplomatie! Wir werden dann Dutzende Milliarden Euro weniger fürs Militär brauchen.
Die EU muss sich vom Bürokratiemonster zurückentwickeln. Beenden Sie Planwirtschaft über faktische Deindustrialisierungsakte wie Net-Zero Industry Act oder Carbon Border Adjustment Mechanism: alles ideologische, planwirtschaftliche Richtlinien, die zu wirtschaftsfeindlichen Ungetümen wie dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz führen,
das zum Glück jetzt sowohl in Brüssel als auch hier kassiert wird – nur wenige Wochen und Monate, nachdem es die alte Regierung eingeführt hat.
Die EU darf sich nicht noch weiter zur Überwachungs- und Zensurmaschine entwickeln. Wenn Frau von der Leyen sagt: „Wir müssen Onlineplattformen in die Pflicht nehmen“, dann ist das ein antifreiheitlicher Zensurakt gegen das meist völlig legale Wort. Die EU geriert sich ernsthaft als Staatsanwalt, Richter und Polizei in einem. Die Plattformen wollen und dürfen keine Entscheider über Wahrheit oder Lüge sein, zumal die Mitteilungen der EU-Kommission selbst ja oft Propaganda sind.
Und abschließend: Geben Sie der deutschen produzierenden Industrie endlich ihren so wichtigen Wettbewerbsvorteil seit den Zeiten von Willy Brandt und Helmut Kohl wieder: das immer unschlagbar günstige Pipelinegas. Die EU will dagegen genau das Gegenteil tun und solche Gasimporte bis 2027 glatt verbieten, selbst Langfristverträge. Ohne Gaskraftwerke oder dieses günstige Gas riskieren Sie aber Blackouts und Hunderttausende weitere zusätzliche Arbeitslose.
Dieses Brüsseler EU-ropa ist ein Risiko für einen wohlhabenden, friedlichen und freien Kontinent Europa, auch für die Werte- und Kulturgemeinschaft, wie das heute Mittag der Kanzler hier gesagt hat, wie er es beschworen hat. Das größte Problem für dieses Europa ist diese EU. Sie müssen umsteuern.
Vielen Dank.
Vielen Dank. – Ich erteile als Nächstes das Wort der Abgeordneten Derya Türk-Nachbaur für die SPD-Fraktion.