Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrter Herr Wehrbeauftragter! Die Lage im Südsudan ist in der heutigen Debatte mehr als deutlich beschrieben worden: Hungersnöte, bewaffnete ethnische Konflikte, Korruption, Naturkatastrophen – ja, eine echte humanitäre Katastrophe. Und daher ja: UNMISS unterstützen wir auch aus humanitärer Verantwortung im Rahmen unseres Engagements innerhalb der Vereinten Nationen. Frau Kollegin Becker, aus humanitärer Verantwortung! Ich finde, wenn Sie sich zwischen den beiden Aspekten der Frage „Rette ich Leben, oder huldige ich meiner Ideologie?“ entscheiden müssen, dann entscheiden Sie sich für Ihre Ideologie. Das ist unmenschlich, meine sehr verehrten Damen und Herren; das muss an dieser Stelle auch mal gesagt werden.
Lassen Sie mich noch eines hinzufügen: Gerade das deutsche Engagement in solchen humanitären Einsätzen der Vereinten Nationen ist ein Grund für die hohe internationale Anerkennung unseres Landes in großen Teilen der Welt. Das zeigt: Unsere Soldaten sind auch hervorragende Botschafter für unser Land. Deshalb auch von dieser Stelle aus: Wir sind stolz auf euer Vorbild. Herzlichen Dank für euren Dienst!
Dieser Einsatz, wenn auch sehr klein im Umfang, ist aber nicht nur richtig aus humanitärer Verantwortung. Er ist auch notwendig, weil er einem deutschen, einem europäischen Interesse dient, nämlich dem der Stabilität in einer Region, die uns nicht egal sein kann, die uns nicht egal ist. Wir Europäer können uns nicht von unserem Nachbarkontinent abwenden; denn die politische Lage in Subsahara-Afrika hat Auswirkungen auf Deutschland, im Guten wie im Schlechten. Probleme in Afrika sind Risiken für Europa. Gute Entwicklungen auf unserem Nachbarkontinent sind Chancen für uns. Lassen Sie uns bitte in Zukunft auch mehr über die Chancen in Afrika sprechen, meine sehr verehrten Damen und Herren.
Konkret bedeutet das ein Mehr an Stabilität in der Region. Dem dient dieser Einsatz. Ein Mehr an Stabilität bedeutet weniger Migration nach Europa, aber auch mehr Chancen für wirtschaftliche Kooperation. Deshalb leisten unsere Soldaten im Rahmen dieses Mandats einen wichtigen Dienst im Südsudan, aber für Deutschland, und deshalb stimmen wir der Verlängerung dieses Mandats zu.
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.
Für die AfD-Fraktion darf ich Gerold Otten das Wort erteilen.