Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wenn im Winter die Heizung ausfällt und im Sommer die Klimaanlage, wenn es am Tresen kein Bier gibt und Sie sich nur noch fragen: „Was ist eigentlich mit unserem Land los?“, dann sitzen Sie in der Deutschen Bahn. Und zu oft sitzen wir ja nicht einmal in einem ihrer Waggons, sondern wir stehen auf dem Bahnsteig und warten verzweifelt auf unseren Zug. Man ärgert sich, weil man zu spät zum Termin oder nach Hause kommt, weil wieder einmal nichts funktioniert. Dieses Nichtfunktionieren, diese Dysfunktionalität der Deutschen Bahn, sie ist sinnbildlich für die Dysfunktionalität unseres Landes.
Ganz hautnah erfahren wir, wie erfolgreich oder eben nicht erfolgreich die Altparteien unser Land regieren, nämlich genauso, wie sie die Deutsche Bahn in die Lächerlichkeit managen. Früher machten wir mit unseren ausländischen Freunden auf der Welt untereinander Witze: In Neapel fährt der 13-Uhr-Zug erst um 17 Uhr, aber die Pizza schmeckt;
in Deutschland fährt die Bahn selbst bei Wind und Wetter pünktlich, aber es fehlt eben etwas Dolce Vita. – Wir alle hatten unsere Stärken und Schwächen. Doch diese gegenseitigen Witze werden uns heute vermiest.
Denn womit können wir Deutschen noch auftrumpfen, um entspannt und humorvoll mit unseren Schwächen umzugehen? Heute ist die Bahn in Neapel pünktlicher als in Berlin oder in Wanne-Eickel, und die Pizza können die Italiener immer noch besser als wir.
Meine Damen und Herren, Humor ist natürlich eine Strategie, um mit diesen desaströsen Ergebnissen der alten Politik umzugehen, aber tatsächlich verändert sie damit noch nicht die Fakten zum Guten. Das gilt auch für das Deutschlandticket, um das es hier heute geht. Gestritten wird hierbei über die Finanzierung des Tickets. Schwarz-Rot setzt die gescheiterte Ampelpolitik fort – die uralte Idee der Subvention. Statt ehrlicher Preise gibt es nur einen Verschiebebahnhof bei den Kosten.
Die grünen Großstädter aus den Rotweinvierteln wollen sich mit dem Gefühl der moralischen Überlegenheit den Bahnpreis vom Autofahrer aus den Vorstädten und vom Land quersubventionieren lassen.
Für uns als Alternative für Deutschland ist klar: So geht das nicht. Und es setzt doch den völlig falschen Schwerpunkt. Was haben wir von einem Deutschlandticket in einer Bahn mit ausgefallener Heizung und verspäteten Zügen? Nichts!
Ich komme zum letzten Satz. Gehen wir einfach logisch vor und bringen erst einmal unsere Bahn und unser Land in Ordnung. Sorgen wir für eine Bahn, –
Vielen Dank.
– mit der man immer und überall gerne und verlässlich fährt und für die dann der Titel „Deutschlandticket“ endlich auch wieder passt.
Das ist ein langer letzter Satz, Herr Kollege.
Danke schön.
Herzlichen Dank. – Der letzte Redner in dieser Aussprache ist Björn Simon für die Unionsfraktion.