Vielen Dank. – Sehr geehrter Herr Präsident! Herr Minister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Am Ende der Debatte will ich zunächst einmal Danke sagen, dass sie überhaupt ermöglicht wurde. Es ist eine Vereinbarte Debatte. Dazu haben die Fraktionen Ja gesagt.
Das war ein gutes Signal, trotz aller Zumutungen, die sie uns auch beschert hat. Vielen Dank, dass wir debattieren!
Stellen wir uns vor, wir würden in einer Welt leben, in der wir große Herausforderungen haben, die alle betreffen und die niemand alleine lösen kann. Dann bräuchte es so etwas wie Vereinte Nationen. Stellen wir uns vor, wir würden in einer Welt leben, in der einige stark und groß sind und plötzlich beanspruchen, andere zu ihren Einflussbereichen zu machen, auf die man zugreifen kann.
Dann bräuchte es so etwas wie Vereinte Nationen, die dagegen aufstehen und sagen, dass es so nicht geht.
Stellen wir uns vor, wir würden in so einer Welt leben! Da geht es gar nicht so sehr um die Staaten – sondern wir haben gelernt: Am Ende geht es um die Menschen. Menschen haben sich überhaupt erst zusammengefunden in Verbänden, in Städten und dann in Staaten, weil sie gemeinsam sicherer sind, weil sie gemeinsam ihre Freiheit und ihre Rechte schützen können. Stellen wir uns vor, diese Menschenrechte sind in Gefahr. Dann bräuchte es so etwas wie Vereinte Nationen, die eingreifen können und die die Menschenrechte hochhalten.
Überleben, Freiheit, Menschenrechte sind ohne vereinte Kräfte, ohne Vereinte Nationen nicht denkbar – auch nicht bei uns. Das ist die Botschaft, die von diesem heutigen Tag ausgehen muss.
Jetzt stehen die Vereinten Nationen unter einem immensen Druck von Leuten, die sie zerstören wollen.
Ein paar von ihnen haben auch hier im Hause das Wort ergriffen.
Aber wir müssen mit unserer Kritik aufpassen. Denn die Vereinten Nationen erfüllen nicht immer die Ansprüche, die wir an sie stellen. Sie kosten, und sie legen auch manchmal den Finger in eine Wunde, die dann bei uns selbst auftritt. Aber wir dürfen mit unserer Kritik nicht das Werk der Zerstörer betreiben, sondern wir müssen diese Kritik als Auftrag nehmen, die Vereinten Nationen jeden Tag besser zu machen. Das ist unsere Aufgabe.
Das können und das dürfen wir nicht alleine tun. Die Welt ist in Unordnung geraten, und wir müssen diejenigen einsammeln – wir arbeiten mit großer Kraft daran –, die in einer Welt, die in Unordnung geraten ist, wieder an einer neuen Ordnung arbeiten wollen: für Mindestregeln, die es gibt, für die territoriale Integrität, für die Souveränität, für ein Mindestmaß an Möglichkeiten, handlungsfähig zu sein, wenn es gemeinsame Initiativen braucht, und für die Menschenrechte. Das ist unser Auftrag.
Die Vereinten Nationen scheitern jeden Tag an ihren Ansprüchen, sie kosten, und sie sind nicht perfekt. Aber unsere Aufgabe ist es, die 80 Jahre als Auftrag zu verstehen, sie jeden Tag besser zu machen und zu bewahren.
Vielen Dank.