Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ein Sprichwort sagt: Es ist besser, ein Lichtlein anzuzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen. – Über meinen Vorredner und seine Fraktion kann ich nur sagen: Sie verfluchen die Dunkelheit in unserem Land,
weil Sie sie brauchen. Sie brauchen die Dunkelheit. Sie zehren von dieser Dunkelheit. Sie wollen Deutschland in die Dunkelheit führen. Wir führen unser Deutschland in eine Zukunft, in eine bessere Zukunft.
Denn wenn ich an eine olympische, an eine paralympische Bewerbung denke, dann habe ich die Schülerinnen und Schüler vor Augen, die heute bei uns sind, und die Vereinssportlerinnen und -sportler, denen ich zutraue, 2036, 2040 oder 2044 Schwarz-Rot-Gold zu tragen, mit dem Adler auf der Brust anzutreten, um für unserer Land Höchstleistungen zu erbringen. Das stelle ich mir vor, wenn ich an eine Bewerbung denke.
Ich denke an die European Championships, an die Special Olympics, an die Europameisterschaften im Basketball, im Handball, im Fußball, und nicht zuletzt auch an die Universiade, also an die FISU World University Games, die Olympischen Spiele der Studierenden.
Diese Sportgroßveranstaltungen müssen wir stärken; denn sie prägen unser Land und sorgen dafür, dass wir Sportdiplomatie in den Mittelpunkt stellen. Es sind Athletinnen und Athleten, die aus Ländern kommen, wo man über den jeweils anderen sagt: Mit denen ist nicht gut Kirschen essen. Aber als Athletinnen und Athleten sitzen sie nebeneinander und wetteifern im sportlichen Wettkampf miteinander.
Es sind Schulen, es sind Verbände, es sind unsere Athletinnen und Athleten, die Trainer, die danach trachten, diese Sportgroßveranstaltungen in ihrem Land vor eigener Kulisse und damit sozusagen bei ihren Familien im eigenen Wohnzimmer durchzuführen. Gerade das macht Olympische und Paralympische Spiele in Deutschland und auch den Zauber dieser Spiele aus.
Wir brauchen Herz, wir brauchen Entscheidungen, wir brauchen Verlässlichkeit und Willen. Wir brauchen für die größte gesellschaftliche Bewegung in unserem Land mehr Herz, um die besten Trainingsbedingungen herzustellen, aber auch, um für Barrierefreiheit zu sorgen und den Breitensport mit seinen Sportstätten so zu ertüchtigen, dass am Ende des Tages wieder die Bestleistungen gerade aus dieser Breite hervorgehen.
Wir brauchen dringend Entscheidungen, auf die wir hinarbeiten müssen; denn die höchste Form der Transparenz hat noch keine Akzeptanz gebracht. Wir brauchen einen stetigen, einen fortlaufenden Prozess, um auch Akzeptanz für Olympische und Paralympische Spiele im Land zu ermöglichen.
Wir brauchen Verlässlichkeit: Verlässlichkeit im Finanzrahmen, Verlässlichkeit bei Sportstätten und Verlässlichkeit bei der Sicherheit dieser Spiele in unserem Land
für all unsere Sicherheitsbehörden. Wir dürfen auch die Sicherheitsbehörden nicht vergessen, die bei den letzten Sportgroßveranstaltungen tagtäglich ehrenamtlich und hauptamtlich gemeinsam dafür gesorgt haben, dass viele Sportlerinnen und Sportler heitere Spiele erleben konnten. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass in Sportstätten investiert wird.
Ich empfinde es teilweise als Treppenwitz der nordrein-westfälischen Landesregierung, die für die Olympiabewerbung mal mit der Rhein-Ruhr-Region, mal mit Köln um die Ecke kommt, Investitionen am Ende des Tages mittels Problemanzeige zu verhindern. So musste die Vorgängerregierung im Bund solche Hindernisse noch von der Piste kratzen, damit die Universiade im Land möglich wird.
Sie müssen zum Ende kommen.
Herr Präsident, wir brauchen Herz, und wir brauchen nicht nur den Willen, eine gute Bewerbung abzugeben, sondern auch den Willen für die beste Ausrichtung der Spiele für unser Land und für die Athletinnen und Athleten.
Danke sehr.
Vielen Dank. – Als Nächstes spricht Dr. Ophelia Nick für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.