Vielen Dank, Herr Präsident, dass Sie die Intervention zulassen. – Frau Seitz, ich habe kurz überlegt, ob ich das, was Sie jetzt gesagt haben, so stehen lasse und es bei den Paketzustellerinnen und Paketzustellern, die sich die Debatte auf der Tribüne und zu Hause an den Fernsehern anschauen, einfach nur wirken lasse, damit sie wissen, wofür die Union steht.
Ich habe verstanden: Sie sind gegen die harte 20-Kilo-Grenze, und Sie sind gegen eine Einschränkung des Subunternehmerunwesens bei den Paketunternehmen. Subunternehmen werden übrigens nicht nur zu Spitzenzeiten eingesetzt, sondern, das ist die Regel, das ganze Jahr über, nämlich um Kontrollen zur Durchsetzung von Arbeitsrecht zu erschweren. Ich dachte zunächst: Das lasse ich jetzt mal so stehen.
Aber dann ist mir eingefallen: Ich will Ihnen die Chance geben, zu Ihrer Ehrenrettung darauf zu verweisen, dass es in der Union auch noch andere Stimmen gibt. Sie haben uns gerade vorgeworfen, dass wir ideologisch sind, altbacken sind und keine Ahnung von der Realität haben. Gilt das auch für die Ministerpräsidenten der CDU, die im Bundesrat, als das Postgesetz verhandelt wurde, der Forderung nach einem Direktanstellungsgebot zugestimmt haben? Gilt dieser Vorwurf „ideologisch, altbacken, keine Ahnung von der Realität“ auch für Herrn Laumann, der meines Wissens immer noch in der CDU und Arbeitsminister in NRW ist, der sich von seinen Behörden gerade hat berichten lassen,
dass diese Strukturen verhindern, dass die Behörden das Recht durchsetzen können?
Wir wollen kein neues Recht. Wir wollen, dass das Recht durchgesetzt wird. Also: Zu Ihrer Ehrenrettung haben Sie jetzt die Möglichkeit, zu sagen, ob es in der CDU auch andere Stimmen gibt
oder ob alle so verbohrt sind wie Sie.
Vielen Dank.