Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Viele von uns erinnern sich sicherlich an ihren ersten Kinobesuch, an den Moment, wenn der Saal dunkel wird und man dennoch merkt, man ist nicht allein. Kino bedeutet, gemeinsam zu lachen, gemeinsam zu weinen, gemeinsam zu fühlen. Genau darin liegt seine Kraft. Kino ist kein beiläufiger Zeitvertreib. Kino ist ein Ort der Kultur, der unsere Gesellschaft zusammenhält.
Was wir im Kino sehen, ist das Ergebnis eines komplexen Prozesses. Film entsteht nicht zufällig, sondern durch handwerkliche Präzision. Von der Idee bis zum Schnitt arbeiten viele Hände zusammen: Kreative, technische Berufe, Produzenten. Dieses Zusammenspiel ist natürlich auch wirtschaftlich relevant. Film schafft Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ganzen Land.
Film findet aber auch in einem internationalen Wettbewerb statt. Produktionen wählen ihren Standort nicht aus Nostalgie. Sie folgen Bedingungen, sie folgen Geschwindigkeit, und sie folgen Verlässlichkeit. Genau daran entscheidet sich die Wirkung der Filmförderung.
Die vorliegenden Anträge setzen auf gesetzliche Verpflichtungen. Das mag nach Handlungsstärke klingen, aber Gesetzgebung ist eben kein Schnellverfahren. Gesetze können und, meine sehr verehrten Damen und Herren, ein entsprechendes Gesetz würde beklagt werden. Abstimmung kostet eben Zeit, Umsetzung kostet Zeit, und im internationalen Wettbewerb ist verlorene Zeit eben verlorene Wirkung. Deshalb setzen wir als Union auf einen anderen Weg: nicht mehr Regeln, sondern mehr Taten.
Der Bund hat gerade die Filmförderung nahezu verdoppelt. Dadurch, dass wir die Filmförderung verdoppelt haben, schaffen wir Planungssicherheit. Gleichzeitig wollen Streamingdienste und Sender – und das ist ein Verdienst unseres Staatsministers – ganz klar in den Filmstandort Deutschland investieren: 15,5 Milliarden Euro, meine sehr verehrten Damen und Herren!
So entsteht Investitionssicherheit – nicht durch Zwang, sondern durch Vertrauen.
Besonders sensibel ist dabei der Kinder- und Jugendfilm; denn hier entstehen oft die ersten Bilder, die bleiben. Der erste Kinobesuch prägt, das erste gemeinsame Staunen bleibt hängen. Diese Erfahrungen wirken weit über den Moment hinaus. Wer hier investiert, investiert in die kulturelle Zukunft. Thüringen zeigt, dass dieser Ansatz trägt. Bei uns ist ein starkes Kindermedienland entstanden: KiKa, Sandmann, Bernd das Brot. Das alles nicht zufällig, sondern systematisch. Durch Netzwerke, Ausbildung und gezielte Förderung. So entsteht international sichtbare Wirkung.
Wirksame Filmförderung, meine Damen und Herren, ist kein Fall fürs Gesetzblatt. Wir brauchen Wirkung vor Ort, dort, wo produziert wird, dort, wo Menschen arbeiten, dort, wo Publikum entsteht. Der deutsche Filmstandort braucht eine Förderung, die wirkt – und genau das werden wir tun.
Vielen herzlichen Dank.
Vielen Dank. – Nächster Redner ist Ronald Gläser für die AfD-Fraktion.