Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Nä, wat sin ma heute solidarisch! – Wenn man diese aktuelle Debatte hört, könnte man meinen, erneuerbare Energien seien automatisch gleichbedeutend mit günstigem Heizen. Die Realität sieht anders aus. Grüße an der Stelle an Frau Dr. Verlinden. Ich bin nämlich einer der Energieberater, von denen Sie eben gesprochen hatten. Gerade durch die Art und Weise, wie Sie die Energiewende organisieren, ist Heizen für viele Bürger erst richtig teuer geworden.
Die CO2-Abgabe ist dafür das beste Beispiel. Sie behaupten, das Heizen werde jetzt ökologischer und sozial gerechter. Tatsächlich verteuern Sie fossile Energieträger, politisch und künstlich. Wenn jemand eine Ölheizung betreibt und dem Öl jetzt zum Beispiel 10 Prozent Bioanteil beimischt, dann zahlt er auf die 90 Prozent weiterhin die volle CO2-Abgabe, auf 10 Prozent aber nicht. Das nennen Sie jetzt ein Anreizsystem? Die Menschen nennen es Bürokratie und Mehrbelastung. Ich nenne es Ablasshandel.
Die Bundesregierung will das Heizungsgesetz nun kippen. Aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dadurch ist den Menschen dank sinnlosen Feinstaubverordnungen und der CO2-Bepreisung kein bisschen geholfen. Denn solange die Energiewende in dieser Form weiterläuft, bleibt Heizen politisch verteuert, besonders für die Menschen, die sich eine Komplettsanierung zu Hause überhaupt nicht leisten können. Sie wollen keine Kohlekraft, Sie lehnen Kernkraft ab, Sie wollten kein russisches Erdgas mehr. Jetzt werden plötzlich LNG-Terminals moralisch problematisiert, Öl soll perspektivisch verschwinden, Kaminöfen durch unrealistische Feinstaubgrenzwerte ebenfalls. Meine Frage: Womit sollen wir denn demnächst dann noch heizen? Luft und Liebe?
Energiepolitik darf kein ideologisches Wunschkonzert sein.
Und noch etwas: Erneuerbare Energien alleine schaffen keine Versorgungssicherheit. Sie machen uns abhängig von Importen seltener Rohstoffe, von globalen Lieferketten, von Solarmodulen aus Asien
und den Launen des Wetters. Falsch geplante Wärmepumpen sind nichts anderes als Stromfresser. Wenn wir wirklich günstig heizen wollen, dann brauchen wir eine Kontrollinstanz oder Prüfstellen, die schauen, ob beispielsweise der Einbau einer Luftwärmepumpe überhaupt technisch, ökologisch und finanziell sinnvoll ist.
Wir brauchen eigene Energieproduktion, Wertschöpfung in Deutschland, Strom aus deutscher Kernkraft, verlässliche Gaslieferungen – am besten aus Pipelines – und erneuerbare Energien wie Windkraft nur dort, wo sie wirtschaftlich sind und die Natur nicht zerstören, also keine Vögel schreddern.
– Entschuldigung, das ist jetzt meine sechste Rede, und jedes Mal kommt so etwas.
– Wie wollen Sie beispielsweise Lehrern erklären, dass sie ihre Schüler still kriegen sollen, wenn Sie es noch nicht einmal schaffen, hier den Mund zu halten? Das ist peinlich, echt!
Herr Abgeordneter.
Bezahlbares Heizen entsteht durch Angebot, Wettbewerb und Technologieoffenheit. Und genau das fehlt. Wir als AfD werden das ändern.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.