Vielen Dank, Herr Präsident! Und in dieser Debatte besonders als Flensburger Jung; denn ab diesem Sonntag gibt es in Flensburg faktisch keinen verlässlichen Zugang mehr zu Schwangerschaftsabbrüchen.
Nach der Fusion von Diako und Franziskus-Hospital erlaubt der katholische Träger keine Schwangerschaftsabbrüche nach Beratung mehr.
Und damit nicht genug: Selbst wenn Ärztinnen und Ärzte bereit sind, Abbrüche außerhalb der Klinik anzubieten, kann ihnen das vom kirchlichen Arbeitgeber untersagt werden.
Konkret heißt das für ungewollt Schwangere bei uns im Flensburger Umland: keine wohnortnahe Hilfe, keine klaren Informationen über Versorgungsstandorte.
Neben der ohnehin großen Belastung heißt es stattdessen: Praxen und Kliniken durchtelefonieren, viel zu lange und weite Anfahrten und zusätzlicher Stress.
Zeitgleich spricht die Landesregierung in Schleswig-Holstein von einem theoretischen Überversorgungsgrad an Gynäkologinnen. Aber was helfen viele Praxen, wenn sie keine Schwangerschaftsabbrüche vornehmen?
Das ist nicht nur realitätsfern, das ist zynisch.
Fakt ist: Hier klafft eine Versorgungslücke, und bei uns im ländlichen Raum verschärft sich das Problem zusätzlich. – Klar ist: Der Bund kann diese Probleme nicht alleine lösen. Aber wir dürfen hier auf keinen Fall einfach nur zuschauen.
Wir müssen sicherstellen, dass ausreichend Ärztinnen und Ärzte Schwangerschaftsabbrüche anbieten können, ohne Angst vor Verboten oder Stigmatisierung.
Wer die Versorgungsrechte verweigert, verweigert Frauen die Selbstbestimmung. Und das darf ein Staat niemals zulassen.
Vielen Dank.
Als letzte Stimme hören wir Nicole Hess für die AfD-Fraktion.