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65. Sitzung
Donnerstag, 19. März 202621. Wahlperiode, 65. Sitzung. Beratung des Antrags der Abgeordneten Kerstin Przygodda, Martin Reichardt, Sebastian Maack, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD — Frauen schützen – Im Namen der Familienehre versuchte und vollendete Morddelikte statistisch erfassen
6 VermerkeReaktionswert: hoch208 Wörter Zwischenfrage Im Protokoll lesen

Herr Präsident! Anwesende Damen und Herren! „Vergesst niemals Hatun!“: Das war das Motto einer Konferenz in Köln am Internationalen Frauentag 2006. Es war das Motto einer Kampagne gegen Ehrenmorde. Hatun Sürücü wurde Opfer eines Ehrenmordes, der Deutschland erschütterte und eine gesellschaftliche Debatte auslöste. Davon geblieben ist ein Gedenkstein hier in Berlin. Hatun aber wurde vergessen.

Alle Opfer von Ehrenmorden werden heute unter dem Begriff „Femizid“ subsumiert. Ehrenmorde sind aber keine gewöhnlichen Morde an Frauen. Nein, diese Frauen werden ermordet, weil sie gegen eine archaische Familienehre verstoßen, die unserer Kultur fremd ist.

Beifallbei der AfD
Zurufder Abg. Katrin Fey [Die Linke]

Aber statt Probleme beim Namen zu nennen und sie entschlossen zu bekämpfen, werden sie totgeschwiegen.

„Es gibt keinen ‚Ehrenmord‘!“, das behauptete 2019 die Grüne Renate Künast mehrfach in einem Zwischenruf in einer Debatte in diesem Hause.

Ja, weil es ein Mord ist!

Das ist Realitätsverweigerung pur und einfach nur widerlich.

Beifallbei der AfD

Es gibt sie. Und wer das leugnet, schützt die Täter.

Zurufder Abg. Kathrin Gebel [Die Linke]

Wissenschaftler, die sich mit den Hintergründen von Ehrenmorden befassen, betonen, dass diese Bluttaten einen Öffentlichkeitsanspruch haben. Auch deswegen werden sie zum Teil auf offener Straße durchgeführt. Diese öffentlichen Morde bleiben in der Kriminalstatistik unsichtbar. Das wollen wir mit unserem Antrag ändern.

Beifallbei der AfD

Im Jahr 2006 wurden zuletzt Zahlen zu Ehrenmorden veröffentlicht. Diese besagen: Es gab 55 versuchte und vollendete Ehrenmorde innerhalb von zehn Jahren.

Abg. Rasha Nasr [SPD] meldet sich zu einer Zwischenfrage

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