Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Wehrbeauftragter mit Team! Werte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Aber vor allem: liebe Soldatinnen und Soldaten! Lassen Sie auch mich mit einem Dank an den Wehrbeauftragten Henning Otte beginnen, der mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jeden Tag wertvolle Arbeit für unsere Soldatinnen und Soldaten leistet.
Der Bericht ist in jedem Jahr eine wichtige Arbeitsgrundlage und ein wichtiges Stimmungsbarometer für das Parlament. Mehr als 4 000 Vorgänge wurden im Berichtsjahr 2025 bearbeitet; neben sehr individuellen Erfahrungen sind das auch sehr grundsätzliche Vorstellungen. Jeder einzelne Vorgang ist ein subjektiver Verbesserungsvorschlag aus der Truppe für die Truppe. Die Aufgabe des Wehrbeauftragten liegt darin, diesen subjektiven Vorschlägen nachzugehen, im besten Fall sofortige Verbesserungen zu erreichen oder tiefer liegende fehlerhafte Strukturen zu erkennen, aufzudecken und daraus Empfehlungen oder Forderungen in Richtung Ministerium und Parlament zu entwickeln. Aber als Hilfsorgan des Deutschen Bundestages kann der Wehrbeauftragte nur dann erfolgreich sein, wenn wir seinen Bericht tatsächlich ernst nehmen.
Mehrere Schwerpunkte wurden von den Kolleginnen und Kollegen in deren Reden ja schon erwähnt. Auch ich möchte das Augenmerk an dieser Stelle noch mal auf Kapitel 7 legen; denn nach wie vor haben wir einen erheblichen Nachholbedarf bei Frauen in den Streitkräften. Der Anteil stieg nur minimal, von 13,62 Prozent auf 13,71 Prozent; das selbstgesetzte Ziel von 20 Prozent außerhalb der Sanität erreichen wir damit bei Weitem nicht. Deshalb besteht natürlich dringender Handlungsbedarf. An allen Stellen beweisen Frauen in der Bundeswehr, dass sie die Truppe besser machen.
Deshalb bedeutet ein höherer Anteil von Frauen in allen Verwendungen – und ja, vor allem auch in Führungsverwendungen – auch eine Verbesserung der Qualität unserer Bundeswehr.
Ich danke dem Wehrbeauftragten für die klare Feststellung, dass die Bemühungen um mehr Frauen in den Kampfverbänden nur dann Erfolg haben werden, wenn die Bundeswehr jeglicher Form von Diskriminierung entschieden entgegentritt. Und ja, Herr Gnauck, Herr Nolte und der Rest der 50er-Jahre-Weltbild-Männer aus der AfD,
zur Identität der Bundeswehr gehören zum Glück heute auch Vielfalt und Buntheit.
Ich habe bereits erwähnt, dass der Wehrbeauftragte sein Amt nur dann ausfüllen kann, wenn er die Akzeptanz im Ministerium und im Parlament hat. Deshalb freue ich mich, dass heute der Parlamentarische Staatssekretär Sebastian Hartmann verdeutlicht hat, wie ernst man den Bericht nimmt, und auch der Minister Boris Pistorius dies immer wieder zum Ausdruck bringt.
Wir alle stehen jeden Tag vor der Herausforderung, den Hochlauf von Personal, Material und Infrastruktur am besten im Gleichlauf zu bewältigen, und deshalb finde ich es tatsächlich ein bisschen schwierig, wenn man, wie die Grünen heute, den Bericht des Wehrbeauftragten für skandalisierende Oppositionspolitik missbraucht.
Alles, was wir tun, tun wir in einer schwierigen Sicherheitslage, in der es eben auch auf Abschreckungsfähigkeiten ankommt, auch wenn das nicht in das Weltbild der Linken passt. Erklären Sie doch gerne mal unseren Verbündeten im Baltikum, Herr Pellmann, dass wir sie nach Ihrer Sicht im Stich lassen sollten!
Sie wollen ja, dass wir uns da zurückziehen.
Es ist vor diesem Hintergrund wenig verwunderlich, dass die Zahl der Eingaben steigt. Im Gegenteil: Es ist sogar absolut erwartbar und kann und sollte uns dabei helfen, die richtigen Schlüsse für unsere Arbeit im Parlament zu ziehen.