Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vor genau 70 Jahren begannen die Planungen für das erste große deutsche Rechenzentrum. Der Name war recht simpel. Es hieß: Deutsches Rechenzentrum.
Damals funktionierte übrigens nicht alles auf Anhieb: Es war zwar die Rechenanlage vorhanden, aber das Gebäude drumherum noch nicht; das war schlicht und einfach noch nicht fertiggestellt. Aber dieses Rechenzentrum in Darmstadt wurde zu einem absoluten Meilenstein. Als eines der modernsten Zentren in Europa legte es damals den Grundstein für das, was wir heute gerne unter „digitaler Souveränität“ zusammenfassen, nämlich eine innovative Wissenschaft, eigenständige Technologien und eine starke Wettbewerbsfähigkeit. Genau hier setzt die Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung an: ein ambitionierter Plan für unser digitales Zeitalter mit einem ganz klaren Zielbild. Ganz herzlichen Dank dafür!
Rechenzentren sind das Rückgrat unserer digitalen Zukunft. In Zeiten explodierender KI- und Cloud-Bedarfe wollen wir darum bis 2030 die Rechenzentrumskapazitäten verdoppeln und die KI-Rechenpower vervierfachen. Wie das gelingt, hat der Minister gerade eben skizziert.
Schon jetzt ist Deutschland – auch das ist schon angeklungen – der größte Rechenzentrumsstandort in Europa und Weltspitze bei der Effizienz von Rechenzentren. Das ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit, der Nachhaltigkeit und auch der Souveränität. Wenn man es so abstrakt vielleicht nicht glauben möchte, gibt es doch viele Beispiele, die heute schon zeigen, wie genau Effizienz und Nachhaltigkeit umgesetzt werden. Nehmen wir beispielsweise die Stadt Eschborn, 22 000 Einwohner. Dort wird künftig die Abwärme des Rechenzentrums für das Wiesenbad genutzt. Es war bisher der größte Gasverbraucher der Stadt, jetzt wird es CO2-neutral. Das Beispiel zeigt: Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit gehen zusammen, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit für mehr Souveränität in Deutschland und Europa.
Aber Rechenzentren sind nicht nur das Rückgrat, sie sind ein Katalysator für digitale Ökosysteme. Besonders sichtbar ist das heute an den großen Knotenpunkten, beispielsweise in der Rhein-Main-Region mit dem DE-CIX, dem größten Internetknoten der Welt, oder in München mit seinem herausragenden Innovationsökosystem. Universitäten, Forschungseinrichtungen, Start-ups sowie etablierte Unternehmen arbeiten dort zusammen. Dort wurde erst im Februar dieses Jahres das erste große KI-Rechenzentrum erfolgreich in Betrieb genommen. Dieses Ökosystem zieht Talente und Innovationen aus der ganzen Welt an und ist ein Aushängeschild.
Übrigens geht der Großteil der Investitionen eines Rechenzentrums nicht in den Bau des Gebäudes, sondern in Hardware. Etwa 70 Prozent gehen in Hardware, in Technologien. Bei dem hohen Innovationstempo muss diese Technologie oft nach kürzester Zeit – nach zwei, drei, vier Jahren – bereits wieder ersetzt werden. Das macht eindrucksvoll deutlich, dass neben einer guten Energieinfrastruktur vor allem auch Innovationen im Hightechbereich, aber auch schnelle Genehmigungsverfahren ein zentraler Schlüssel für den Rechenzentrumsstandort Deutschland sind.
Genau da setzt diese Koalition auch an. Die Rechenzentrumsstrategie, die wir heute hier im Plenum beraten, ist also nicht isoliert zu sehen. Sie knüpft nahtlos an die Hightech Agenda der Bundesregierung an, in der die Schlüsseltechnologien der Zukunft vorangetrieben werden. Sie ist Bestandteil der mehrere Hundert Maßnahmen umfassenden Modernisierungsagenda, die unseren Staat zukunftsfähig machen. So kommen wir in diesem Gesamtbild der Digitalpolitik –