Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Parlamentarier! Wir brauchen keinen Tag der Städtebauförderung, sondern wir brauchen täglich Städtebauförderung. Seit 55 Jahren gibt es nun die Städtebauförderung. Investiert wurden 23,9 Milliarden Euro. Im Jahr 2025 hatten wir aber ein kommunales Defizit von 31,9 Milliarden Euro. Finde den Fehler!
Die Städtebauförderung ist tatsächlich ein wichtiges Instrument der Kommunalpolitik. Aber statt den Kommunen vorher das Geld aus der Tasche zu ziehen, müssen wir den Kommunen direkt das Geld zuweisen.
Die Kommunen wissen nämlich selber besser, was sie brauchen und was sie nicht brauchen. Wir brauchen keine Überregulierung, sondern das Geld muss direkt, ohne Förderanträge und bürokratischen Aufwuchs überwiesen werden. Schon da sparen wir mehrere Tausend Euro. Das ist nämlich richtige Entbürokratisierung. Ganz nach dem Motto: Weniger ist mehr.
Wir dürfen ja nicht vergessen, dass die Kommunen über Jahrzehnte finanziell ausgezehrt wurden.
Das ist besonders an den Sportstätten sichtbar. Viele Schwimmhallen und Schwimmbäder sind wegen des Geldmangels der Kommunen schon verschwunden.
In meinem Wahlkreis sind vier Schwimmbäder ersatzlos verschwunden. Das waren Waldbäder: natürliche, ökologische Schwimmbäder. Weil kein Geld für die Sanierung da war, sind sie jetzt verschwunden. Und jetzt rühmen Sie sich mit der großartigen Hilfestellung für die Städtebauförderung und mit der Sportmedaille.
– Ja, Milliarde, Sportmilliarde. Alles gut. – Das, was unsere Vorfahren schon vor Jahrzehnten erarbeitet haben, haben Sie und Ihre Vorgänger kaputtgemacht. Statt das Geld für den Tag der Städtebauförderung auszugeben, sollte jeder Euro in die Kommunen gesteckt werden.
Bei uns in der Lutherstadt Wittenberg haben wir zum Beispiel Spiel- und Sportplätze zur freien Verfügung. Diese stammen noch aus DDR-Zeiten, wurden völlig vernachlässigt und wurden dann in mühsamer Arbeit und unter Einbeziehung der Jugend in Eigenverantwortung wiederhergerichtet. Die alten Beläge wurden mit der Hand abgetragen und die Spielplätze mit der Schaufel in der Hand in Eigenregie wiederaufgebaut. Das haben wir ohne Städtebauförderung geschafft.
Ganz wichtig ist der Blick in die Innenstädte. Warum verwaisen die Innenstädte? Warum sind die Geschäfte leer? Weil Sie die Städte aus ideologischen Gründen autofrei gemacht haben.
Somit ist der Fachhandel in den Innenstädten Stück für Stück verschwunden. Verschärft wurde diese Situation, weil das produzierende Gewerbe aus den Innenstädten herauskomplimentiert wurde. Und so sterben die Innenstädte, und Sie sehen leere Schaufenster anstatt Gewerbetreibende. Dies bedarf einer Neuorientierung; denn nur dort, wo gearbeitet wird, ist Leben. Ohne Arbeit sterben die Innenstädte.
Wir wollen keine bürokratische Städtebauförderung nach Ihrem Antrag, sondern wir wollen, dass die Kommunen finanziell ordentlich ausgestattet werden.
Danke.