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80. Sitzung
Donnerstag, 21. Mai 202621. Wahlperiode, 80. Sitzung17 Beratung des Antrags der Abgeordneten Sandra Stein, Dr. Ophelia Nick, Dr. Anja Reinalter, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN — Für ein Handwerk mit Zukunft — Wirtschaft 2045 – Innovationen stärken, Zukunftstechnologien fördern, fairen Wettbewerb sichern
17 VermerkeReaktionswert: sehr hoch511 Wörter Im Protokoll lesen

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Grübeln statt Dübeln – liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, hätten Sie doch diesen Handwerkerrat beherzigt. Erst Nachdenken, dann Schreiben. Denn Sie legen einen Antrag vor, dem leider eines fehlt: das Handwerk. Das zeigt sich schon im ersten Satz – ich zitiere –: „Mit rund 5,6 Millionen Angestellten ist das Handwerk ein zentraler Stabilitätsanker unserer heimischen Wirtschaft.“ Angestellte?

Beifallbei Abgeordneten der CDU/CSU

Auf Baustellen, in Salons, in Werkstätten arbeiten Gesellen, Meister, Helfer, Auszubildende, kurz: Handwerkerinnen und Handwerker. Aber Angestellte?

Liebe Grüne, Sie haben offensichtlich das Handwerk mit dem öffentlichen Dienst verwechselt.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD
Heiterkeitdes Abg. Hans Koller [CDU/CSU]

Kennen Sie den Unterschied? Der Handwerker haftet selbst, nicht der Staat. Im Handwerk wird von montags bis samstags gearbeitet, manchmal auch sonntags wie bei unseren Bäckern. Für diese Betriebe und ihre Beschäftigten brauchen wir übrigens Flexibilität bei der Arbeitszeit entsprechend dem europäischen Rahmen.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Und wir brauchen eine Öffnung bei der Sonntagsarbeitszeit. Gut, dass das im Koalitionsvertrag genau so verankert ist.

Steht auch im Antrag!

Das steht in unserem Antrag!

Das gilt übrigens für viele Punkte in Ihrem Antrag: schon erledigt oder in der Mache. Einige Beispiele gefällig?

Sie fordern die Unterstützung von Gründern. Topp! Wir liefern: mit neuen Gründerschutzzonen sowie im Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetz.

Zurufder Abg. Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

So haben auch Gründer und Start-ups eine Chance, überhaupt zum Zuge zu kommen. Bitte schön.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Sie fordern den Rückbau von Bürokratie. Wir liefern, indem wir Praxischecks umsetzen, übrigens auch im Bereich der Schwarzarbeit. Wir haben dafür gesorgt, dass handwerkliche Fleischerbetriebe nicht mehr als Schwarzarbeitsbetriebe gelten.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD
Zurufdes Abg. Stefan Schmidt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Damit fallen Dokumentations- und Meldepflichten weg, übrigens für 95 Prozent der fast 9 900 handwerklichen Fleischerbetriebe.

Aber wer hat in der Debatte dagegengestimmt? Das waren die Grünen. Sie haben handwerkliche Fleischereien mit der Skandalfleischindustrie in einen Topf geworfen und waren bereit, Bürokratie für handwerkliche Metzgereien zu rechtfertigen. Das ist die Realität.

Beifallbei der CDU/CSU

Sie fordern eine bessere Finanzierung für überbetriebliche Bildungsstätten.

Zurufder Abg. Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Unsere Bundesregierung hat im letzten Jahr gut 55 Millionen Euro für diese Lernorte des Handwerks bewilligt. Das ist übrigens ein Plus von 37 Prozent gegenüber den Habeck-Jahren – plus 37 Prozent!

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Robert Habeck war trotz vollerer Kassen nicht bereit, in überbetriebliche Bildungsstätten zu finanzieren,

Das stimmt nicht!

übrigens auch nicht in eine Senkung der Stromsteuer für alle, die Sie jetzt fordern.

Wir hätten ja auch gern ein Sondervermögen gehabt, Frau Connemann! Wir hätten auch gern die Schuldenbremse reformiert gehabt! Aber Sie wollten ja nicht!

Zurufder Abg. Mayra Vriesema [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]

Wo waren Sie eigentlich in den letzten drei Jahren Ihrer Regierungsverantwortung? Wo waren Ihre Appelle für das Handwerk? Sie waren nicht zu hören, als Milliarden Euro an Großsubventionen vergeben wurden wie für Northvolt. Das Handwerk blieb links liegen.

Übrigens – ein weiterer Beweis –: Das Habeck-Haus wollte den Losgrundsatz faktisch abschaffen.

Das wollen die Berichterstatter auch!

Durch das vorzeitige Aus der Ampel schaffte es der Gesetzentwurf nicht mehr; aber das grün-geführte Wirtschaftsministerium war bereit, die Mittelstandsklausel für das Bauhandwerk faktisch auszuhöhlen. Auch das ist die Realität.

Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

Kommen Sie mal zu mir nach Regensburg! Ich lade Sie ein! Wir gehen gemeinsam zur Handwerkskammer!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“, das ist nicht nur ein Slogan. 1 Million Betriebe stehen für duale Ausbildung, für das Erfolgsmodell „Made in Germany“. Sie schaffen Werte. Sie halten Deutschland am Laufen. Und deshalb von dieser Stelle aus ein Riesendankeschön an alle Handwerkerinnen und Handwerker in diesem Land.

Beifallbei der CDU/CSU und der SPD

Sie erkennen übrigens Pfusch nicht nur am Bau, sondern auch am Antrag. Oder um es anders zu sagen: Wer gar nichts kann, macht Farbe dran; aber keine Farbe hilft.

Beifallbei der AfD

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