Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Frau Connemann, eigentlich ist alles gesagt: Vielen Dank dafür.
Hand aufs Herz: Wann haben Sie zuletzt gemerkt, wie wichtig das Handwerk für uns alle ist? Wahrscheinlich weniger hier im Bundestag, sondern vielleicht heute Morgen unter der kalten Dusche oder wenn das Auto nicht anspringt oder wenn der Wasserhahn tropft. Genau dann merkt man plötzlich, wie selbstverständlich uns doch vieles geworden ist und wie wir es hinnehmen.
Deshalb zunächst einmal Danke an die Grünen, dass wir heute ausführlich über Handwerk und Ausbildung sprechen dürfen. Aber noch ein kleiner Nachtrag dazu: Wir sind Wahlkreisabgeordnete. Meine Familie hat eine Kfz-Werkstatt. Zu sagen, dass wir quasi keine Ahnung haben, was im Wahlkreis und bei den Handwerkern passiert, ist definitiv nicht richtig.
Unsere Handwerker bringen die Milliarden aus dem Infrastrukturpaket vom Papier auf die Straße. Sie stellen sich auf Dächer. Sie verlegen unsere Glasfaser. Sie bringen Autos wieder zum Laufen. Sie stehen nachts in der Backstube, damit wir alle am Sonntag frische Brötchen haben. Wenn Nora Seitz das hört – lieben Gruß an die Metzger –: Ohne Mettbrötchen geht es auch nicht.
Ich muss zugeben, ich bin handwerklich nur so mittelbegabt. Gerade deshalb habe ich auch großen Respekt vor den Menschen, die mit ihren Händen echte Probleme lösen; denn wir sind auf das Handwerk angewiesen. Selbstverständlich.
Aber genau da liegt ja gerade der Hase im Pfeffer. Unsere ganze Modernisierungsagenda basiert darauf, dass es draußen jemanden gibt, der sie umsetzt. Gleichzeitig gelten Ausbildung und praktische Berufe oftmals nur als Plan B. Man bekommt als Schulabgänger oftmals immer noch gesagt: Ohne Studium wirst du nichts. Das sind natürlich immer sehr persönliche Überlegungen. Aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Eine Ausbildung kann definitiv nicht schaden.
Und machen wir uns doch ehrlich: Wo würden wir eigentlich stehen, wenn es in diesem Land nur noch Akademiker gäbe? Wir brauchen auch die Arbeit an den Werkbänken und in den Backstuben. Und viele Jugendliche begeistert doch genau das: abends sehen zu können, was sie den Tag über geschaffen haben. Es gibt so viele junge Menschen, die etwas mit ihren Händen aufbauen wollen. Gerade diesen jungen Menschen müssen wir zeigen: Ein Studium ist nicht der einzig richtige Weg.
Das Handwerk bietet unglaublich viele Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung. Wir haben es gehört: 130 verschiedene Ausbildungsberufe.
Kommen wir zur Bundesregierung. Durch das Gebäudemodernisierungsgesetz und den Bauturbo geben wir dem Handwerk positive Aussichten und hoffentlich volle Auftragsbücher an die Hand. Mit den Investitionen in die Infrastruktur schaffen wir Aufträge für den Mittelstand. Und by the way: Ich freue mich über jede noch so kleine Vorschrift, die wir gerade streichen – gemeinsam. Meine lieben Damen und Herren, ohne Handwerk läuft in diesem Land nichts.
In diesem Sinne: Vielen Dank und frohes Schaffen.