Das ist eine interessante Frage, weil sie sehr viel über Sie selber aussagt.
Ich glaube und die Mehrheit in diesem Haus glaubt wahrscheinlich auch, dass die UN kein Gremium sein sollten, wo militärische oder wirtschaftliche Stärke – oder, in Klammern, das Scheckbuch – eine große Rolle spielen, sondern Glaubwürdigkeit und Vertrauen.
Und wenn Sie andeuten, dass das Scheckbuch irgendwie eine Rolle spielen sollte, stellt sich ja für mich die Frage, ob das nicht mehr über Sie aussagt,
nämlich dass Sie so Politik machen wollen.
Wir wollen das definitiv nicht, weil das zum Schaden unseres Landes ist.
Und vielleicht ist es auch klug, der eigenen Nervosität beim Zuhören vielleicht nicht sofort nachzugeben und sich dann, wenn ein Redner eine Frage aufwirft und ankündigt: „Ich werde jetzt etwas zu den Gründen sagen“, nicht schon reflexartig zu melden. Das ist vielleicht zumindest nicht klug;
aber es kann ja sein, dass Sie an der Stelle auch überfordert sind.
Ich will zu den Gründen kommen, warum ich glaube, dass es in dieser Zeit nach der Zeitenwende möglich ist und notwendig sein muss, auch über einen Grund nachzudenken, der eine Rolle spielt: Es ist nicht klug, sich als Europa trennen zu lassen.
Und die Hausaufgabe muss sein, dass wir auch an der Stelle ein stärkeres Europa haben, wo man dafür sorgt, dass es für zwei nichtständige Sitze im Sicherheitsrat tatsächlich auch nur zwei Kandidaturen gibt.
Das macht die Spielchen von China, von Trump und Russland auch unmöglich, und das, liebe Kolleginnen und Kollegen, sollte eine Lehre aus dieser Abstimmung sein,
und ich glaube, diese Einschätzung teilen viele mit mir.
Und die letzte Bemerkung will ich mal in Richtung Grüne machen, weil es nichts hilft, wenn da jeder das Argument auspackt, das ihm am tollsten gefällt, und dann sagt: Ja, mein Argument ist aber zu 100 Prozent richtig. – Agnieszka, ich habe das mit dem Brückenbauen verstanden und auch deinen Hinweis, dass die Grünen – so habe ich es verstanden – auch bereit sind, mitzuhelfen, wenn es um unser Land, um Deutschland im Ausland geht und sich dies in Wahrheit nicht für parteipolitische Spielchen eignet.
Wir sind im Ausland doch nicht Abgeordnete einer Partei, sondern wir sind Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Und ich glaube zutiefst, es ist wichtig, als Abgeordneter unser Land zu vertreten, statt einseitig nach Moskau zu fahren oder immer nur seine Argumente ideologisch vorzutragen. Das schadet unserem Land, liebe Kolleginnen und Kollegen. Und ich habe es so verstanden, dass ihr zur Zusammenarbeit bereit seid.
Die Abschlussbemerkung ist: Wir sollten uns nicht trennen lassen in Europa. Wir sollten nie zulassen, dass andere über unsere Politik bestimmen. Und deswegen: Zu den Reden, die man hier immer hört und die mir gerade einfallen, wenn ich gut zuhöre, möchte ich einfach nur Johannes Rau zitieren, der mal gesagt hat: Ein Patriot ist derjenige, der sein Land liebt, und ein Nationalist ist derjenige, der andere Vaterländer verachtet.
Und ich glaube, wir in der Mehrheit in diesem Haus zählen uns zur ersten Gruppe. Unser ehemaliger Bundespräsident, liebe Kolleginnen und Kollegen, hatte recht, und wir sollten uns immer daran erinnern.
Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.