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82. Sitzung
Mittwoch, 10. Juni 202621. Wahlperiode, 82. SitzungBeratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Götz Frömming, Wolfgang Wiehle, Martin Erwin Renner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD — Leistung erbringen, Neutralität wahren – Aufgabenfremde Maßnahmen wie die Regenbogenbeflaggung bei der Deutschen Bahn AG unterlassen
13 VermerkeReaktionswert: sehr hoch353 Wörter Im Protokoll lesen

Frau Präsidentin! Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Rechtsextreme im Zug eine Fahne haben.

Zurufvon der AfD: Ach du liebe Zeit!

Gegenstand der heutigen Debatte ist aber eine Fahne am Zug, genauer gesagt, die Regenbogenfahne an einem ICE der Deutschen Bahn.

Bahnfahren sieht ja oft so aus: Der Zug wird gestrichen, die Sitzplatzreservierungen entfallen; man hockt stundenlang auf dem Fußboden; oder die Klimaanlage ist kaputt.

Für die AfD ist die eigentliche Zumutung für Fahrgäste aber eine ganz andere.

Nein, nein! Sind verschiedene Anträge!

Sie schreiben nämlich in Ihrem Antrag – kein Witz, es steht drin –, dass „Andersdenkenden“ „nicht zuzumuten“ ist, sich im öffentlichen Raum mit zum Beispiel Regenbogenflaggen „auseinandersetzen zu müssen“.

Ganz genau!

Schlimm, schlimm. Um das mal klarzustellen: Es geht hier um eine Flagge vor einem Bahnhof. Was für eine Mimose muss man bitte sein, um sich davon triggern zu lassen? Peinlich!

Beifallbei der Linken sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN
Lachenbei Abgeordneten der AfD

Laut AfD ist das Problem der Deutschen Bahn die – Zitat – „Weltanschauung des sechsfarbigen Regenbogens“.

Aber die Regenbogenflagge ist jetzt auch im Bundestag verboten!

Also die Bahn fährt nicht, weil sie zu woke ist? Hm. Mein Tipp wäre, dass die Bahn buchstäblich andere Baustellen hat,

Das ist richtig! Soll sich um diese Baustellen kümmern!

aber das liegt wahrscheinlich an meiner bisexuellen, wie Sie schreiben, Weltanschauung; aber na gut. Ich verrate Ihnen mal was: Am Zustand der Deutschen Bahn sind ganz sicher nicht die queeren Communitys schuld, sondern die offen heterosexuellen Verkehrsminister der letzten zwanzig bis dreißig Jahre.

Mit Ihren hysterischen Debatten wollen Sie jede Woche von den echten Problemen in Deutschland ablenken. Was die Deutsche Bahn wirklich ruiniert hat, ist: eine auf Profit getrimmte Bahn, die Stilllegung von Strecken oder der jahrelange Investitionsstau. Die Regenbogenlackierung am ICE ist nicht schuld daran, wirklich nicht.

Das sind andere Anträge! Jetzt geht es hier um die Regenbogenfahne!

Was es braucht: Erstens. Echte Sicherheit für die Beschäftigten – das fordert auch die Gewerkschaft EVG –; die Übergriffe auf Bahnkolleginnen und -kollegen müssen aufhören.

Auf Fahrgäste auch! Wäre gut!

Zweitens. Es braucht eine langfristige Finanzierung des Aus- und Neubaus von Strecken. Schluss mit Sparzwang und Profitlogik!

Beifallbei der Linken

Drittens. Die Bahn muss gemeinnützig werden und ihr Unternehmensauftrag am Gemeinwohl orientiert werden. Dafür steht Die Linke.

Beifallbei der Linken

Und was die Emanzipation queerer Menschen angeht, möchte ich zum Schluss wirklich sehr gerne meine Namensvetterin Mia Julia Brückner zitieren: „Der Zug, der Zug, der Zug hat keine Bremse“. In diesem Sinne allen Zug-Gays und allen Queers bei der Bahn: Happy Pride!

Beifallbei der Linken sowie bei Abgeordneten der SPD
Beifallbei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD

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