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84. Sitzung
Freitag, 12. Juni 202621. Wahlperiode, 84. SitzungErste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz)
11 VermerkeReaktionswert: sehr hoch364 Wörter Im Protokoll lesen

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Das vorliegende Gesetzespaket ist eines der herausforderndsten der bisherigen Legislatur – herausfordernd deshalb, weil es das gesamte Gesundheitswesen umfasst, aber auch herausfordernd, weil Sparen natürlich wehtut. Es ist aber auch herausfordernd, weil rund 90 Prozent der Menschen in Deutschland sagen: „Ja, wir müssen sparen“; aber fast genau die gleiche Anzahl an Menschen sagt: „Diese Sparnotwendigkeit sehe ich nicht bei mir selbst.“

Ja, aber bei den oberen 10 Prozent, Herr Mieves! Genau bei denen!

Diese Schwierigkeit gehört zum Job dazu, und wir nehmen diese Schwierigkeit an; denn für uns ist klar: Wir müssen eine Finanzlücke von knapp 19 Milliarden Euro schließen. Und das werden wir auch tun – mit Sparmaßnahmen.

Auf dem Rücken der Beschäftigten!

Denn wir wollen sicherstellen, dass im nächsten Jahr die Beiträge nicht weiter steigen. Die Beitragsstabilität: Das ist das Ziel, das wir erreichen werden.

Nur bei der Pharmaindustrie nicht!

Schämen Sie sich!

Diese Sparmaßnahmen müssen natürlich wirksam sein; aber es ist genauso wichtig, darauf zu achten, dass weiterhin die Versorgung für alle Menschen in Deutschland sichergestellt ist.

Dann den Gesetzentwurf zurückziehen, Herr Mieves!

Wir müssen diese beiden Pole in eine Balance bringen und eine Abwägung treffen.

Diese Balance will ich am Beispiel der Arzneimittel und der Gesundheitswirtschaft deutlich machen. Arzneimittel bilden den zweithöchsten Kostenblock im Gesundheitswesen. Deshalb ist glasklar, dass dieser Bereich einen substanziellen und fairen Sparbeitrag leisten muss, und diesen Beitrag werden wir einholen.

Zurufdes Abg. Ates Gürpinar [Die Linke]

Gleichzeitig müssen wir schauen, dass wir die Versorgung sicherstellen. Bei den Arzneimitteln mussten wir schmerzlich feststellen, dass wir von China abhängig geworden sind. Viele Arzneimittel werden mittlerweile nur noch in Asien produziert, und wenn dort die Lieferketten zusammenbrechen, wenn China entscheidet, keine Exporte mehr zuzulassen, haben wir ein riesiges Problem. Diese Abhängigkeit darf nicht noch größer werden, sondern muss abgebaut werden.

Aber ihr tut ja das Gegenteil!

Zurufevon der Linken

Wenn es Unternehmen gibt, die billig in Asien produzieren, ihre Produkte nach Deutschland verkaufen, die Gewinne ins Ausland bringen und in Deutschland keinen Cent investieren, dann dürfen diese Unternehmen doch nicht ebenso behandelt werden wie die Unternehmen, die in Deutschland Arbeitsplätze schaffen, produzieren, forschen und für Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa sorgen.

Beifallbei der SPD und der CDU/CSU

Genau, richtig!

Genau diese Unterscheidung werden wir jetzt vornehmen.

Deshalb danke an Frau Ministerin Warken, die eine Standortklausel im Gesetz vorgesehen hat. Diese Standortklausel braucht jetzt noch ein Update, damit sie in der Praxis tatsächlich funktioniert. Und genau diesen Weg werden wir jetzt gehen.

Das kann doch nicht Ihr Ernst sein!

Danke schön für Ihre Aufmerksamkeit.

Beifallbei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU

Ist Ihnen das eigentlich überhaupt nicht peinlich?

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