Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich mit einer kurzen Schilderung dessen beginnen, was ich selber erlebt habe. Ich war auf diesem Parteitag – natürlich nicht bei diesen krawallartigen Auseinandersetzungen, sondern auf dem Parteitagsgelände –, und da habe ich Vadim Derksen getroffen. Das ist der Mitarbeiter der „Jungen Freiheit“, dem sein Handy geklaut worden ist, was jetzt auch Gegenstand der Berichterstattung ist. Er hat mir den Vorgang genau geschildert.
Hinterher habe ich diese brutalen Videos gesehen. Ich muss sagen: Wir sollten an dieser Stelle wirklich einmal innehalten, uns bedanken und unseren Respekt gegenüber den Leuten ausdrücken, die rausgehen und berichten. Wer über diese ganzen linksradikalen Umtriebe in unserem Land berichtet, der hat unseren Dank und Respekt verdient, meine Damen und Herren.
Den Titel dieser Aktuellen Stunde müssen wir uns noch mal auf der Zunge zergehen lassen: „Mutmaßliche Angriffe gegen Journalisten“. Mutmaßlich? Was genau war daran mutmaßlich?
Es gibt Videos, es gibt Fotos, es gibt die Zeugenaussagen der Opfer. Weltweit haben Medien über den am Boden liegenden Menschen, dem gegen den Kopf getreten wird, berichtet. Der wirkliche Skandal ist, dass wir überhaupt von „mutmaßlich“ reden, dass wir diese Aktuelle Stunde so nennen mussten. Das ist sprachliche Relativierung, die hier stattfindet.
Sie, meine Damen und Herren von „Unsere Demokratie“, haben mit voller Absicht ein politisches Klima in unserem Land geschaffen, in dem Gewalt danach bewertet wird, wen sie trifft. Gewalt gegen rechts gilt in Teilen dieses Hauses, bei den Medien und in der sogenannten Zivilgesellschaft irgendwie als erklärbar: nicht gut, aber verständlich; nicht erlaubt, aber emotional nachvollziehbar.
Was Sie hier betreiben, ist eine mentale Waschanlage für linke Gewalt, meine Damen und Herren.
Wenn ein Journalist von einem rechten Täter angegriffen wird, dann gibt es Sondersendungen, es gibt Mahnwachen, es gibt Verbandsappelle, und zwar zu Recht. Jeder Angriff auf einen Journalisten ist ein Angriff auf die Pressefreiheit. Wenn aber die Journalisten eines rechten, liberal-konservativen Medienhauses angegriffen werden, dann beginnt sofort das große Sortieren: Sind das überhaupt Journalisten?
Haben die nicht provoziert? Wieso waren die überhaupt da? Haben die die richtige Haltung? Sind die in der richtigen Redaktion?
Meine Damen und Herren, Artikel 5 des Grundgesetzes kennt keine Gesinnungsprüfung.
Pressefreiheit gilt für ARD, ZDF und für die „Süddeutsche“ genauso wie für „Apollo News“, für die „Junge Freiheit“,
für „Tichys Einblick“ und vor allem für die Medien, die Ihnen nicht gefallen, meine Damen und Herren.
Man stelle sich die gleichen Bilder mit verkehrten Rollen vor. Da liegt ein Mainstream-Reporter, jemand vom ZDF, am Boden und Rechtsradikale hauen drauf. Diesen Fall hatten wir ja in Berlin am 1. Mai 2020 nach der Hygienedemo.
Ein Team der ZDF-„heute-show“ ist von Gewalttätern angegriffen worden. Sofort gab es eine Riesenaufregung,
weil die Angreifer Rechtsradikale gewesen sind – oh! –, bis dann rausgekommen ist: Das waren die gar nicht. Nein, es waren Linksradikale.
Die haben die ZDF-Leute für Rechte gehalten und sie deswegen angegriffen.
Dann sind die in Berlin natürlich auch noch mit einer Bewährungsstrafe davongekommen. Das ist ein Riesenskandal gewesen. Es gab und es gibt jede Menge Fälle, in denen linke Gewalt gegenüber Journalisten in diesem Land ausgeübt wird. Und davor dürfen wir nicht länger die Augen verschließen, meine Damen und Herren.
Der DJV hat vor dem Parteitag völlig zu Recht gefordert – Zitat –, die „Polizei muss Journalisten schützen […] – ganz gleich aus welchem politischen Lager“ sie stammen. Leider war dem DJV die ganze Sache nach den Angriffen nicht mal mehr eine Pressemitteilung wert. Das ist kein Zufall; das ist ein Muster, meine Damen und Herren. Es folgt der kruden Logik der offenbar gewaltbereiten Aktivisten des Bündnisses „widersetzen“, die sich bis heute weigern, diese Attacken zu verurteilen. Diese Leute erklären Andersdenkende zum Freiwild. Und das ist eine faschistische Gesinnung, meine Damen und Herren.
Das Bündnis „widersetzen“ muss von Sicherheitsbehörden in diesem Land mal ganz dringend gründlich durchleuchtet werden.
Wer Angriffe auf Journalisten legitimiert oder herbeifantasiert, der ist ein Feind unserer Demokratie. Und das gilt, um Sie, liebe Damen und Herren von „unsere Demokratie“, richtig auf die Palme zu bringen, auch für Ihr Zentrum für Politische Schönheit. Da müssten die Sicherheitsbehörden auch mal ganz genau hinschauen.
Pressefreiheit hängt nicht vom Parteibuch ab, Pressefreiheit ist kein Privileg linker Bündnisse; Pressefreiheit ist ein Grundrecht.
Das Ganze hat Folgen. Und die werden Sie von „unsere Demokratie“ schon noch spüren. Jede Relativierung, jedes Wegducken, jedes „mutmaßlich“ angesichts klar dokumentierter Gewalt wird weitere Bürger zur AfD bringen. Die Menschen sehen die Bilder, und sie merken, wie sie hier belogen werden. In Erfurt wurde auf die Pressefreiheit eingeschlagen. Wer das als „mutmaßlich“ bezeichnet, der ist nicht Teil der Lösung, sondern des Problems.