Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kein fließendes Wasser; Zapfsäulen, die nicht funktionieren; Ausfall der Kommunikation; Kühlketten, die reißen; Ampeln, die nicht funktionieren: Das ist die Realität eines Blackouts.
Diesen Blackout wollen wir nicht. Mit diesem Gesetz begegnen wir dieser Angst. Wir sorgen für Sicherheit in Deutschland, für Sicherheit in der Stromversorgung. Deswegen bringen wir dieses Gesetz heute in den Deutschen Bundestag ein.
Wir reden nicht nur über ein kleines Detail in der Energieversorgung von Deutschland, sondern über Sicherheit: Sicherheit in der Versorgung von Menschen und Sicherheit in der Versorgung von Unternehmen mit Energie.
Energie ist in einem modernen Industrieland, wie wir es sind, der Taktgeber. Strom ist die Lebensader und das Sicherheitsversprechen an die Bürgerinnen und Bürger.
Mit dem jetzt vorliegenden Gesetz legen wir unserem Stromsystem einen Sicherheitsgurt an. Mit diesem Gesetz schaffen wir die Grundlage, dass in Deutschland auch zukünftig sicher, verlässlich und bezahlbar Strom erzeugt wird und der Mittelstand sowie die Bürgerinnen und Bürger und die Industrie mit Strom versorgt werden und dass die Kraftwerke dafür jetzt bereitgestellt werden.
Herzlichen Dank an die Ministerin für den gesamten Prozess.
Die Ministerin hat ein Gesetz vorgelegt. Wir haben dieses Gesetz in der Koalition natürlich noch ein wenig besser gemacht; weil wir diese Rückendeckung für die erneuerbaren Energien brauchen und gleichzeitig den Sicherheitsgurt für die erneuerbaren Energien, sodass in sogenannten Dunkelflauten – und mittlerweile auch Hitzeflauten – der Strom weiterhin fließt.
Dunkelflauten und Hitzeflauten sind kein Randthema der Energiewende, sie sind der Stresstest unseres Stromsystems. Wir dürfen nicht nach dem Prinzip Hoffnung arbeiten, sondern müssen anpacken und diese Sorgen ernst nehmen.
Deswegen haben wir uns auf Folgendes verständigt. Bereits mit dem Energie-Monitoring-Bericht ist klar geworden: Wir wollen zukünftig mehr Rechenzentren für künstliche Intelligenz. Wir wollen es den Stahlkochern im Ruhrgebiet, im Saarland, aber auch bei mir in Ostdeutschland ermöglichen, dass sie zukünftig auf Strom umschalten können. Wir wollen mehr Wärmepumpen, wir wollen mehr E-Autos. Das bedeutet: Wir werden auch mehr Strom im Netz haben, und für mehr Strom brauchen wir auch mehr gesicherte Leistung.
Dafür legen wir heute die Grundlage, und diesen Weg gehen wir gemeinsam als Koalition zwischen CDU, CSU und SPD.
Wir hatten uns in der damaligen Koalition verständigt, dass die Kohlekraftwerke spätestens 2038 vom Netz gehen. Daran halten wir in dieser Koalition weiterhin fest. Deswegen ist auch klar: Wenn die Bundesnetzagentur uns aufschreibt, dass bis 2035 36 Gigawatt, also bis zu 36 große Kraftwerke, fehlen, dann müssen wir diesem begegnen, um die Sicherheit im Stromsystem herzustellen.
Wenn etwas geht wie die Kohlekraftwerke, dann muss dafür etwas kommen. Wir werden jetzt knapp ein Drittel der fehlenden Leistung mit Ausschreibungen in diesem und im nächsten Jahr auf den Weg bringen. Darum habe ich vorhin gesagt: Dieses Gesetz haben wir besser gemacht. Wir haben den Bonus, der vorher im Gesetz stand, zu einem Netzbonus weiterentwickelt, einem Netzbonus, der dafür Sorge trägt, dass im Nordosten wie im Südwesten der Republik ausreichend Kraftwerkskapazität da ist, um die gesicherte Leistung voranzubringen, meine sehr geehrten Damen und Herren.
Sie sehen also: Wir im Parlament arbeiten an Lösungen. Wir nehmen die Versorgungssicherheit ernst. Wir bringen Markt, Netz und Systemstabilität zusammen. Wir wollen Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz in Einklang bringen. Wir sind der Maschinenraum. Auch wenn’s mal knirscht: Wir haben Ergebnisse. Diese liefern wir. Herzliche Einladung zur Zustimmung.
In diesem Sinne: Glück auf!